Akte 
Publizistische Äußerungen
Entstehung
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26 Dankfur all das, was Du mir an Bweisen Deiner Liebe entgegen bringst,

aber Du willst keinen Dank.

Aus Floranz, sehr kurz:...." Dein Leid bringt mich zum Schweigen..."H." Glaub doch endlich, dass sas einzige, was mein grenzenloses Leid er-träglich machen könnte, die Gewissheit ist, Dich glücklich zu wissen.

Er kämpft weiter mit Wucherern. Seine einzige Einnahme ist sein Redak-teurgehalt. Weihnacht 1913 ohne die Möglichkeit ihr ein Geschenk zumachen. Lily verfällt in Trübsinn. Er borgt( eine kostbate Uhr) Sie strahlt.Lilys Arbeit am" Lebenssucher" ist ins Stocken geraten. Kein Honorar.Er verpfändet sein Redakteurgehalt auf Jahre hinaus.Seine Unabhängigkeit.

L.:"... wie lange ich wohl diese Qualen, die ich Dir bereite, ertrage!Er ist der Tröster. Florenz aber ist ebenfalls Marter. Der Italienerbeutet die Lage aus, lässt sie alles pekuniäre tragen.Geniesst ihreschrankenlose Hingabe und missversteht sie, behandelt sie gleich einerDirne. In der Sucht ihrer Jahre wird sie zur geschlechtlich Hörigen.Sie braucht ihren Mann als Beichtiger. Nach der ersten Andeutung gerätH.in Raserei..... So findet sie bei H.jetzt kein Verstehen.Sein Herzblut will er auch heute noch und immer für sie hingehen, aber---er muss es freudig können

Die grosse Schuld Heinrichs: Eingedenk ihrer früheren Worte hätte ersie( vor ihren Trieben) in Schutzhaft nehmen müssen. Statt dessen lässter sie ziehen..... Er lässt ihr die" Freiheit" sich zu versklaven undsperrte seines eigenen Herzens Drang in den Käfig, an dessen Gitterstäbensich Wunsch und Wille blutig schlug.------ Diese Selbstkasteiung zugun-sten der Geliebten schändete sie und stachelte ihre Ueberreiztheit zufeindseligen Angriffen auf, gegen ihn,.... soeben noch versichert:" Mit welch tiefer Zärtlichkeit denke ich Deiner, Du lieber, Du über allestreuer, Du aufopfernder Mann*"Nun schmäht, nun verletzt sie ihn, als könneWehtun Wehleiden lindern, um bald zu erkennen, dass sie damit den eigenen Wundengar eine brandige zugefügt hat.

Auf ihrem eigenen Zimmer- Wand an Wand mitihm, sucht sie ihm brieflich ein Bild ihrer selbst zu geben:" Und dannkommen solche Ausbrüche, dann entwickelt sich im Gefühl der eigenen Unsi-cherheit solch ein Misstrauen gegen Dich, der Du doch nichts als Vertrauenverdienst."

Sein Wort....." Eine Liebe, wie die meine kennt Uebelnehmen nicht"wird stündlich zur Tat. Lily erlebt das Zermalmende dieser Wahrheit.

Er hofft von den Jahren Heilung ihres Zustandes.------ Mit blanker Waffewacht er nur über einen Bezirk: über Otto's Unbefangenheit.Dazu zwingt er auch Lily.Das ist schwer.

L.ist der Meinung, dass der 16 jähigeverständiggenug sei, sich mit den wirklichen Verhältnissen abzufinden.

H.:" Die Achtung Deines Kindes besitzest Du uneingeschränkt, und ich werdedie äusserste und letzte Kraftanstrengung daran setzen, dass sie Dirfür immer unerschütterlich erhalten bleibt."

In einem Vortrag über: Genie und Geschlecht will sie H.in Gegenwart desSohnes belehren, dass- mit vielen Vorurteilslosen der älteren Generation-Otto als Vertreter der heanwachsenden Jugen- Otto ihre Ansicht teile.

Die Rednerin findet Beifall, die Mutter erregt Missfallen. Wie ein Peitsche nhieb trifft sie ihres Kindes Anklage: sie predige den Mord jeglicher Kultur.Tagebuch Otto nachdrücklich gegen mich!

Verzweiflung q

Unbewusste, volle Verurteilungseiner Mutter.