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Publizistische Äußerungen
Entstehung
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Dem Ende zu

8.8.1916

Verkrampftes 18st sich, Bitternis schwindet.Weh verwandelt sich in Wehmut.Die unversöhnlichen Triebe in ihr versöhnen sich. Die" verdammteHarmoniewird ihr zur Wohltat. Bisher unbekannte Stimmung. Seeleisch ErfülltOhne körperliche Beschwerden. Ohne sinnliches Verlangen. Sie wandert." ich meine, auf solchen Wegen müssten wir uns wiederfinden, müssten dieBrücke über den Abgrund von Schuld und Missverstehen schlagen können,über Groll und Reue. Das gehetzte, zerrissenen Leben liess uns dazukeine Zeit...

Bald ist es ihr, als sei sie ihm immer vereint geblieben...." Sovielso ungeheuer viel des Gemeinsamen haben wir: die Gesinnung, die Erinnerungdie Vergangenheit, die Zukunft, das noch nie zerriessene geistige Band.Und unser Kind."

Wie hatte sie vor einem Jahr XXX geschworen?" Ich werdenie aufhören, alles, allen Schmerz und alle Freude, Schönes und Häss-liches bis auf die Neige auskosten zu wollen."

Und nun hegt sie die Hoffnung:" ach, dass wir es vermöchten, zusammen,innerliche zusammennauf stillen Wegen zu gehen."

Aber es ist kein Entsagen, zu dem sie sich bekehrt, kein Entbehren, mit demsie sich abgefunden hat, vielmehr ein Allumfassen, ein Allbesitzen,das ihr Wesen ins Grenzenlose weitet.

Nun erst kann sie Unermessliches ermessen, empfängt ganz, was das Lebenihr geschenkt, fühlt ihres Mannes Dasein als" unsere Existnen", seineKraft als die ihre, auch seine Kräftigung. Des Sohnes wunderbaresWachstum fühlt sie als Blüte und Frucht dieser einzigartigen Liebe.

Dev Tooli

So stirbt sie.Den Kopf an Heinrichs Brust gelegt.Mit den Händen hält sienoch die Freundin.

Aus dem" Lebensbidd" von Julie Vogelstein Seite 118:" Am Morgen des6.August( 1916) einem sonnenheissen Sonntg... Die Erwartungen aufeinen Brief von Otto waren wieder getäuscht.L.ging aus dem Hause. Auf dementlegenen Postamt will sie fragen. In der Hand trug sie einen Brief anden Sohn. Unweit ihrer Wphnung, auf dem Wege, brach sie unter einemSchlaganfall zu Boden. Ein fremder Soldat brachte sie in eienem Wagen,dessen Kutscher sie kannte, heim. Montag abend kam ein Brief von Otto.Hörte sie es noch, fühlte sie es? Sie schien stiller zu werden, leichterzu atmen. Am Dienstag den 8.August( mittags) starb Lily Braun . IhrAntlitz, eben noch von Krampf und Schmerz entstellt, leuchtete in hehrerSchönheit, Friede war über sie ausgebreitet...

Sie,

der sie mit ihrem Sohn

Von Julie verlangte Yvon der lebenden Freundinihren besten Wert vermachte, die" Selbstaufopferung" im Hause zubleiben, um Otto vor dem Vater, vor dem Manne, dessen Wucht jeden erschlügezu schützen(')

Otto hatte in Lilys Tagebuch gelesen und" Die Wahrheit" erfahrenHeinrich rang um Ottos bleibende Liebe für die tote Mutter..." Eine Frauvon solcher Grösse folgt eigenen Gesetzen...."...." dass sie Nichtigeszu adeln, Niedriges zu erheben vermochte, beweist das Gigantische ihrerNatur." Er tritt mit Otto vor das Antlitz der Toten zeigt ihm ihrehehre Schönheit" Du bist ein Heiliger, Pa' Ich nicht, ich nicht.Später hat er es in seiner Art vewunden. Seite 435/36 u.f.

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Ende 1916 kommt Otto mit durchschossenem, gelähmtem Arm nachhause.

Er fühlt sich so elend im" Etappendienst", geht zum Schmerz Heinrichswieder zur Front. Er fällt Ende April 1918

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