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Die Arbeiterin im Klassenkampf

Anfänge der Arbeiterinnenbewegung. Ihr Gegensatz zur bürgerlichen Frauen-bewegung und ihre nächsten Aufgaben.

von Emma Ihrer

Vorsitzender C.Legien

Hamburg 1998.--- Verlag der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands .

Einleitung

I

wenden

--Warum gibt es in Deutschl.keine Arbeiterinnenvereine?Warum hört man so wenig von der Arbeiterinnenbewegung?Diese Frage wird nicht nur im Ausland an uns gestellt,auch in Deutschland selbst, ja sogar von Genossen kann mansie manches mal hören.Es schien uns deshalb notwendig, dieallmalige Entwicklung der Arbeiterinnenbewegung zu schildernund die Hindernisse zu zeigen, die ihr auf Schritt und Trittnicht nur folgten, sondern XXXX häufig voraneilten, die stetserneuten Kämpfe aufzuzählen, welche mit stumpfen Waffen undungeübten Kräften gegen die mächtigen Gegner immer wiederdurchgefochten werden mussten.Gar manches strenge Urteilüber die Schlaffheit und Lässigkeit der Arbeiterinnen wirdals unrichtig erkannt werden, der Tadel verstummen müssen.Denn es lässt sich kaum leugnen, dass ein hohes Mass von Mutund Energie dazu gehörte, das Zerstörte immer wieder aufzu-bauen, und um nur das zu erreichen, was erreicht ist; eine an-sehnliche Schar Frauen und mädchen ist herangezogen, diesich rückhaltlos der Arbeiterbewegung angeschlossen habenund in den Reihen des zielbewussten Proletariats kämpfenum das gleiche Recht und die wirtschaftliche Selbständig-keit aller.Dass wir uns im II.Teil dieser Broschüre eingehend mit derbürgerlichen Frauenbewegung beschäftigen, geschieht teilsauf Wunsch vieler Frauen und Männer, denen es durchaus nichterklärlich erscheint, weshalb nicht alle Frauen gemeinsamfür ihre Gleichstellung in Staat und Gesellschaft kämpfen.Teils um ein für allemal klipp und klar XXXXXXXXXXXund ohne Rückhalt festzustellen, welche Ursachen und Gründevorhanden sind, die eine Trennung der bürgerlichen und pro-letarischen Kämpferinnen herbeigeführt haben und für immer(:)einer Vereinigung beider Richtungen entgegen stehen. Hierbeimöchten wir vor allem an die Männer die Frage richten:" Warum kämpfen nicht alle Männer, die die Unhaltbarkeit derheutigen Zustände erkannt haben, gemeinsam für eine bessere OOrdnung der Dinge? Warum zersplittern sie ihre Kräfte inden verschiedensten Richtungen? Weshalb z. B. erkennen dieSozialdemokraten den Kathedersozialismus nicht als voll-kommenen Heilbringer an, warum gehen sie ihren eigenen Weganstatt sich mit fliegenden Fahnen unter die Fittiche derWissenschaftler zu begeben, die doch so manche Forderung derArbeiter anerkennen und befürworten? Manches Gute hat derKatheder sozialismus mit der Sozialdemokratie gemeinsam.Aber- wird man einwenden- man kann doch unmöglich behauptenwollen, dass die Wege beider Richtungen gleich und ihreZiele gemeinsame seien.

Ebenso aber auch bei den Frauen! Manches Erstrebenswerteist den Rechtlerinnen und den Proletarierinnen gemeinsam,aber wer will behaupten, dass deshalb alle ihre Kämpfe undWege gemeinsame seien, oder dass sie gar zu ein und demsel-ben Ziele führten! Oberflächlich betrachtet mag dieIdee des gemeinsamen Kampfes vorteilhaft und erspriesbicherscheinen. Man denkt zunächst daran, dass diejenigen Frau-en der bürgerlichen Gesellschaft, welche über bessere Schul-bidung, viel freie Zeit und ausreichende Geldmittel ver-fügen, sich mit all diesen Vorzügen in den Dienst der ärme-ren Schwestern- denen die Brotarbeit kaum Zeit lässt zumdenken- stellen würden, um für diese zu erkämpfen, was ihnenzum wahren Menschentum fehlt.

Vorausgesetzt, dass beide die Bürgerliche und die Prole-tarierin, gleiche Anschauungen MX hatten, über die