Akte 
Publizistische Äußerungen
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 
  

17.

gegen

9

reflerinnen

9

1000- 1200/. Es waren Delegierte anwesend aus: Oesterreich,Ungarn der Schweiz England Frankreich , Italien , Holland , Belgien ,Schweden Dänemark Polen Russland, Amerika , Armeinien. Beson-ders ansehnlich war die Zahl der eglischen und amerikanischen Frauen-Immerhin waren es die Deuteschen die die übergrosseMajorität der Kongressteilnehmerinnen stellten Wie in mehreren an-deren Ländern so ist auch in Deutschland die Frauenbewegung zu einerMassenbewegung geworden, Breite Schichten der bürgerlichen Frauen sindzum Bewusstsein ihrer Geschlechtssklaverei erwacht und kämpfen für ihreRechte, wenn auch z.T. in wenig klarer und energischer Weise.

9

Trotzder regen Beteiligung gab der Kongress kein vollständiges Bild derInternationalen Frauenbewegung Aus England und Amerika fehlten diebedeutendsten Verfechterinnen der Frauenrechte. Die Vertreterinnender deutschen Arbeiterinnenbewegung die weit energischer und konse-quenter für die volle Gleichberechtigung der Geschlechter eintrittals dies die deutsche Frauenrechtelei bisher getan-- hatten die Be-teilgung am Kongress abgelehnt. Ebenso und aus den gleichen Gründendie oesterreichischen Genossinnen. Die evangelisch- sozialen Frauen-rechtlerinnen blieben dem Kongress fern. Nicht aus grundsätzlicherGegnerschaft, sondern wie Frau Gnauck- Kühne ( die kenntnisreichste derdeutschen Frauenrechtlerinnen) mitteilte, aus folgenden Gründen:" Die Frauen der evangelisch-sozialen Gruppe von der Art des Kongresses zu arbeiten keinen Erfolgund haben sich deshalb an der Arbeit nicht beteiligen wollen. HundertVorträge von je 15 Minuten, was kommt dabei heraus? Das ist mehrbreit wie tief, das gibt Geplätscher, aber keinen tragfähigen Strom.Wenn eine oder höchstens zwei Fragen auf dem Kongress zur gründlichenVerhandlung gestanden hätten, würde sich dieja erschöpfende/

,

9

evangelisch- soziale Frauengruppe gewiss beteiligt haben auch wenneine gegnerische Richtung im Uebergewicht gewesen wäre..... aber diesesunterhaltende Rede- Mosaik um einen Stein zu vermehren, erschien wirklichüberflüssig."

Frau Lina Morgenstern war es, die die erste Anregung zur Einbe-rufung des Kongresses gegeben hat.

Damit die" wohlmeinenden" Volksküchenvorsteherinnen und die Verfech-terinnen verwandter" Wohlfahrtseinrichtungen" ausgiebig zum Wort kommenkonnten, war das Arbeitsprogramm des Kongresses nach dem Motto zuge-schnitten:" Die Quantität muss die Qualität ersetzen."

Der Kongress beschäftigte sich in seinen Plenarsitzungen mitfolgenden Fragen:

Kindergärten

- Berichte--- Mädchenerziehung

Der Stand der FrauenbewegungJugendhorte

Mädchengymnasium

Lehrerinnenbildung

Berufsschulen---

Universität--- Kunstschulen

die Frau in Handel, Industrie und Gewerbe----Fachschulen--- Gesundheits- und Krankenpflege

Wohlfahrtseinrichtungen--- Mässigkeitsbestrebungen---Sittlichkeitsfrage----- Soziale Hilfsarbeit

die Rechtsstellung der Frau--- Beteiligung der Frauenan Kunst, Wissenschaft, Literatur

Friedensfrage.

Zu diesen Fragen wurden in 25 Stunden hundert Vorträge gehalten!

Jeder Vortrag durfte nicht länger als 15 Minuten dauern. KeineRede wurde übersetzt. Man fühlte sich so ganz unter" höheren Töchtern",dass die genaue Kenntnis der drei Sprachen als selbstverständlich galt.

Für die Behandlung der Fragen war durch deren Menge, durch dieKürze der Redezeit und den Ausschluss der Debatten die Oberflächlich-keit zum Prinzip erhoben. Der Mangel tieferer sozialer Einsicht dendie meisten Rednerinnen an den Tag legten, sobald ein Gegenstand auf

,