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Ihre Lehrzeit ist Hunger und Plage. Ihre Existenz als Weib ist Sorge,Mangel, Ueberanstrengung, keine Abwechslung, keine Erholung.
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Ebenso eindrucksvoll waren die Mitteilungen, die die Rednerin ausdem Leben der Ziegeleiarbeiterinnen und Dachdeckerinnen, über dieWohnungs- Lohn und Arbeitsverhältnisse der Wiener Arbeiterinnen, überdie Folgen der Akkordarbeit, die Berufskrankheiten, die Schicksaleder Lehrmädchen die schamlose Ausbeutung der Proletarierinnen durchdie Unternehmer und ähnliches mehr, machte. Die Vortragende gelangtezu folgendem Schluss:" Die Enquete über Frauenarbeit hat die Notwendig-keit von unzähligen Reformen bewiesen. Reformen in der Kinderpflege,im Lehrlingswesen die Notwendigkeit einer weitverbreiteten und ver-schärften Gewerbeinspektion deren Ausdehnung auf die Heimarbeitdie Notwendigkeit weiblicher Fabrikinspektoren die Notwendigkeitvon Wöchnerinnen- und Rekonvaleszentenheimen die Notwendigkeit einerAltersversorgung für Arbeiterinnen, und solcher Gesetze, die diejugendlichen Arbeiterinnen, sowie die Schwangeren und die Wöchnerinnenschützen, vor allem aber die Notwendigkeit der Ausbreitung undKräftigung der Arbeiterinnenorganisationen( Soweit Frau Schlesinger.)
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Nur einmal noch wurde eine gleich scharfe Kritik von einer bur-gerlichen Frau an den heutigen Zuständen geübt. Miss Routledge sagtedrastisch:
" Der Unternehmer sieht in der Arbeiterin nur das billigere
Im übrigen bemühten sich die Referentinnen vorsichtig um denKernpunkt der Frage; die Zersetzung der bürgerlichen Gesellschaftdurch den Kapitalismus! herumzugehen.
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Doch die schöne Harmonie sollte gestört werden duch dieGenossin Lily Braun , die sich an dem Kongress beteiligte, umden Damen klar zu machen, dass es noch eine andere Frauenbewegung inDeutschland gibt, als die, die auf dem Kongress verteten war
Und wie sehr diese Darstellung den Frauenrechtlerinnen unangenehmwar, geht woh deutlich daraus hervor,dass von den Ausführungen derGenossin Braun in dem umfangreichen Kongressprotokoll nicht eine Zeileenthalten ist
Das Durchdringen der Wahrheit wird man nicht hindern, wenn man auchbemüht ist den Leserinnen des Protokolls aus bürgerlichen Kreisendiese vorzuenthalten.
Frau Braun führte folgendes aus:
" Die Leiterinnen dieses Kongresses haben nicht nur ihre aus-und inländischen Genossinnen zur Teilnahme aufgefordert, sie wendetensich auch an Verteterinnen der deutschen Arbeiterinnenbewegung.Diese lehnten es ab, sich an den Arbeiten des Kongresses durch eineDelegierte zu beteiligen. Für sie, die auf dem Boden der Soziel-demokratie stehen, ist die Frauenfrage nur ein Teil der sozialenFrage und als solche durch die mehr oder weniger gut gemeinten Be-strebungen bürgerlicher Sozialreformer nicht lösbar. Ich selbstteile diese Auffassung vollkommen Gerade weil ich aus den Reihender bürgerlichen Frauenbewegung hervorgegangen bin, weiss ich auseigener Erfahrung welcher Sisyphusarbeit sie sich im grossen undganzen hingibt und ihrer ganzen Natur nach hingeben muss.Die Vorteile, die sie erringen kann kommen immer nur einer be-schränkten Anzahl von Frauen zugut, sie lassen die grosse Masseder XXXXXXXXXXX am meisten leidenden Frauen unberührtge-schweige denn, dass sie auf die allgemeine Entwicklung von grossemEinfluss wären.