Akte 
Publizistische Äußerungen
Entstehung
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22.

Man sollte die Verkäferinnen, die grossenteils dem Mittelstandeangehören, d.h. Töchter schlechtbesoldeter Subalternbeamten oderkleiner Handwerksmeister sind, dahin aufklären dass die tonangeben deGesellschaft sie ebenfalls nur als Lohnsklavinnen ansieht, gleichden Fabrikarbeiterinnen. Diese Erkenntniss wird ihnen einzi und alleindas richtige Klassenbewusstsein geben. Diese Aufklärung wird vongrösster Bedeutung für sie sein, von grösserer als alle Hilfsvereine,die dem Uebel nicht an die Wurzel gehen, sondern nur der ausserstenNot steuern sollen, aber die Auswüchse des Klassenstaates nicht antasten.

Selst befreiung ist auch hier die einzig richtige Losung. Sie be-die beisteht in der Loslösung von der Prtektion der Kapitalistenscheihbarem Eintreten für die Handlungsgehilfinnen doch im Grunde ge-nommen nur den Interessen ihrer eigenen Kaste dienen

Die für die Arbeiterbewegung wichtigsten Fragen: Sittlichkeits-frage, Dienstbotenfrage, gemeinsame Tätigkeit der bürgerlichen undproletarischen Frauen wurden in sogenannten Sektionssitzungen be-handelt Zu diesen Sitzungen wurden auch Gäste zur Diskussion zuge-lassen.--- Frau Bieber- Böhm die früher die Prostitution als Fruchtder Unsittlichkeit bezeichnete erkannte ihren ursächlichen Zusammen-hang mit wirtschaftlichen Umständen an. Sie forderte zu ihrer Bekm-pfung" Reformen auf der ganzen Linie"

Frau( Minna) Cauer betontedass wirtschaftliche Momente die wichtigsten Ursachen der Prostitutionseien. Richtiger zog Frau Schlesinger- Eckstein die Schlussfolgerungdieser Darlegung indem sie erklärte die Prostitution steht und fälltmit der bürgerlichen Geseelschaft.

"

Den sozialistischen Standpunkt in derSittlichkeitsfrage legte Genossin Klara Zetkin kurz dar.(**)

In der zweiten Sektionssitzung war es das Referat der Frau Schwerin " Auf welchen sozialen Arbeitsgebieten kann sich die gesamte Frauenwelt(???)zu gemeinsamer Arbeit vereinigen

??

,

das zu AuseinandersetzungenGenossinnenzwischen bürgerlichen Frauenrechtlerinnen einerseitsBraun und Zetkin andererseits. Frau Schwerin bezeichnete ein Handin Hand gehen bürgerlicher und proletarischer Frauen als möglich zumZweck folgender Reformen:1.Umwandlung der Volksschule in eine Einheits-2. Anstellung von Fabrikinspektorinnen.3.Ausdehnung der Fabrikgesetzgebung zum Schutze der Frauen

schule.

und Kinder.

4.Zulassung der Frauen zur Kommunalvertreteun.

5. Organisation der Arbeiterinnen.

Genossin Zetkin erkannte an, dass Berührungspunkte zwischenbürgerlicher und proletarischer Frauenbewegung vorhanden seien, legteaber dar dass die Sozialdemokratie in allen Reformforderungen ein zu-verlässigerer und machtvollerer Bundesgenosse für die Proletarierinnenwäre, als die bürgerliche Frauenrechtelei.

An die Dienstbotenfrage hatte sich keine der gewandten Rednerinnenherangewagt, sie wurde von Herrn Dr. Schnapper- Arndt eingehend undtreffend behandelt.

(**)( Klara Zetkin .) Eine ausführliche Besprechung der" Sittlichkeits-frage erscheint in einer Broschüre von FrauKlara Zetkin .