Akte 
Publizistische Äußerungen
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 
  

29.

Aus ihren Ausfuehrungen liess sich Tendez und Anschauung der er-waenten Gruppe nicht erkennen. Dass die Gruppe ihre Ansichtennicht teilt, bewies der Widerspruch von Frau Gnauck- Kuehne Aber auch sie behandelte das Thema nicht bis auf den Grund son-dern hielt sich an Einzelforderungen. Auch hier- bei den evangelisch-sozialen Frauen- haben wir es mit einer Richtung zu tun die nurein wenig reformieren, XXXX nicht aber gruendlich umgestaltenwill,und die angestrebten Reformen bewegen sich oft in Bahnen, die unsnicht vorwaerts sondern rueckwaerts fuehren wuerden.

Die Forderungen der Arbeiterinnen waeren noch lange nicht er-fuellt, wenn alle jungen Maedchen zu guten Hausfrauen erzogenwuerden, wenn die Frau und Mutter neben dem Mann eine gleichwertigeStellung erhielteFuer eine Anzahl buergerlicher Frauen mag damitalles Erstrebenswerte erreicht seine. Fuer die Proletarierinnenist dieses Ideal der evangelisch- sozialen Frauengruppe-- der Ver-treterin des Klassenstaates auf christlicher Basis-- ebenso unge-nuegend und unannehmbar als die Ziele der Frauenrechtlerinnen

III

Die Notwendigkeit des Anschlusses

der Arbeiterinnen an die Gewerkschaften

Aus den vorhergehenden Schilderungen der Bestrebungen derbuergerlichen Vertreterinnen der Frauenrechte ergibt sich nunmehrdie Stellung der proletarischen Frauenbewegung entsprechend ihremeigenartigen Charakter mit voller Klarheit. Die proletarische Be-wegung kann nicht teilhaben an der buergerlichen, obwohl beideRichtungen den gleichen Grundursachen entsprangen:

der Umwaelzung durch die kapitalistische Produktion.

Hat aber die Proletarierin, ins Joch der Industrie gespannt,aus ihrem Heim vertrieben, im Drang der schweren Arbeit die bleiernauf ihren Schultern liegt, weder Zeit noch Kraft fuer ihre Familiezu leben und zu wirken, so hat die buergerliche Frau einen grossenTeil ihrer frueheren produktiven Arbeit eingebuesst. Was frueherin jedem Haushalt durch die Fuersorge und den Fleiss der Frauen an-gefertigt wurde, wird jetzt von der Industrie im Grossen besserund billiger hergestellt. Hier also das Ringen der buergerl. Fraunach Betaetigung die im Hause nicht mehr ausreichend vorhanden ist-Dort das Ringen der Proletarierin nach persoenlicher Freiheit,nur ein wenig fuer die Familie, fuer das Heim taetig sein zu koennen

Wir sehen, wenn auch der Ausgangspunkt fuer beide Richtungender gleiche war, so sind Wege und Ziele fuer beide ganz verschiedenHinza Hizu kommt, dass die buergerl. Frauenbewegung in der buergerlichenGesellschaft der Gegenwart fest wurzelt, von dieser ihr Heil erwartet,nur in ihren Grenzen wirken will. Das betonen die Fuehrerinnen jaauch bei jeder Gelegenheit ausdruecklich

" Die Frauenfrage ist in

erster Linie eine Versorgungs- und Ehefrage" sagte in einer RedeDr phil Kaethe Schirrmacher.( zitiert nach einem Bericht in der Leit-

Das trifft nun fuer die Arbeiterinnenfrage in keiner

stern"Nr 31896

Weise zu, sie ist ein Teil der sozialen Frage, die nur durch eine