Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
Keine Angabe
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mühungen, einen Arbeitsplatz und damit eine Existenzmöglichkeit zu fin=den, entgegenstanden. Sie wußte, dass die Frauenerwerbsarbeit einezwangsläufige Begleiterscheinung des neuen Zeitalters war, auch wennselbst Proletarier das Eindringen der Frauen in die Betriebe und indas Handwerk als Konkurrenz empfanden. Sfx war es ja auch, aber geradedeshalb mussten Männer und Frauen zusammenstehen, um das Ausgenutztwer=den der Frauen zu verhindern. Nur mussten die Proletarier und ihreFrauen den geschichtlichen Vorgang, den sie erlebten, erst begreifenlernen. Luise Otto setzte sich in der Zeitschrift" Typographia", diesich zur Arbeiterzeitschrift entwickelte, nachdrücklich dafür ein, diedamalige Zeitforderung nach Organisation der Arbeit auch für Frauen zuerfüllen. Sie sagte den Arbeitern deutlich, wie sie die Dinge sah.

Ausser" Schloss und Fabrik" hat Luise Otto noch zwei andere Romane

herausgebracht. 1) B

1) Beide atmetem den gleichen Geist." Wenn die Zeiten

gewaltsam laut werden, so kann es nicht fehlen, dass auch die Frauenihre Stimme vernehmen und ihr gehorchen"- das war ihre Schlussfolge=rung aus der revolutionären Stimmung von 1848. Humanität, Menschen=rechte, Selbsrverwaltung des Volkes waren damals populäre Begriffe.Manche Frauen empfanden den Wunsch, am öffentlichen Leben teilzuneh=men. Sie besuchten die Kammerverhandlungen als Zuhörer, sie verschlan=gen die damals reichlich erscheinende, politische Lyrik- an der Luise stark beteiligt war und von der sie einen sichtbareb Einfluss auf dieFrauen erwartete. Sie entwickelte in einem, von Robert Blum herausge=gebenen" Vorwärts- Volkstaschenbuch auf das Jahr 1847" unter dem Titel" die Teilnahme der weiblichen Welt am Staatsleben" ein Programm derFrauenbewegung. Darin verlangt sie, dass dafür gesorgt werden solle,dass die erwachten Frauen nicht wieder gleichgültig würden. Das willsie durch eine bessere weibliche Erziehung und umfassendere Bildungerreichen:" Die Erziehung und Bildung der Frauen steht mit anserenstaatlichen Verhältnissen in Widerspruch. Die Frauen sollten zur wirt=schaftlichen Selbständigkeit befähigt werden, sie sollten es nichtnotwendig haben, sich durch eine Versorgungsehe zu entwürdigen."--

Luise Otto war ein mutiger Mensch. Wie sie der Öffentlichkeit undden Arbeitern ihre Ansichten mitteilte, so trat sie auch den Behörfengegenüber unerschrocken auf: das sächsische Ministerium Oberländer ge=rief eine Kommission ein, die über Gewerbe- und Arbeitsverhältnisse ge=hört werden sollte. Sie erhielt von Luise die" Adresse eines deut=schen Mädchens" in der u.a. vermehrte und verbesserte Arbeitsgelegenhefür Frauen verlangt wurde. Sie wies auf die sittlichen Gefahren hin,die für die Arbeiterinnen bei zu geringer Entlohnung entstehen müß=ten. Sie sagte den Bemühungen der Kommission einen Mißerfolg vorauswenn die Frauen nicht in die Organisation einbezogen würden.1