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1849 gab Luise Otto eine Zeitschrift unter dem Motto heraus" DemReich der Freiheit werb ich Bürgerinnen". Schon 1852 mußte dasErscheinen diese r Zeitschrift eingestellt werden. Eine neue Re=aktion setzte ein, der Kampf um Freiheit, Bürger- und Menschenrechtewar bis auf weiteres unterdrückt. Still wurde es auch für langeZeit um die Frauenbewegung.
Mit 17 Jahren hatte Luise beide Eltern verloren. Seitdem warsie nicht mehr frei von materieller Sorge, und ihre Schriftstellereiwar nicht nur eine ideelle Pflicht für sie, es war auch ihre Exi=stenzgrundlage. Durch ihre mutigen Schriften war sie mit revolutio=nären Kämpfern wie Robert Blum und vielen anderen in Verbindung ge=kommen, die sie stützten. Bezeichnend für die damalige Zeit ist es,dass sie ihre Beiträge mit einem Männernamen zeichnen mußte, so we=nig war es üblich, dass sich Frauen über Zeitfragen öffentlich äus=serten. Sie sei eine geborene Journalistin, sagten die Freunde vonihr. Mit diesen Freunden musste sie auch den Zusammenbruch ihrerFreiheitshoffnungen erleben: die Reaktion übte an den Freiheits=kämpfern härteste Vergeltung, viele kamen ins Zuchthaus, Robert Blum wurde standrechtlich erschossen.
Als die Revolution 1848 ausbrach stand Luise Otto in Brief=wechsel mit einem jungen, bildungshungrigen Arbeiter, Er führtewährend der Kämpfe eine Freischar von Dresden nach Rastatt , wurdegefangen genommen und sollte erschossen werden. Sein leidender Zu=stand rettete ihn davor, aber nicht vor 7 Jahren Zuchthaus, die sei=ne Gesundheit untergruben. Die hahe Todesgefahr und die folgendeLeidenszeit knüpften Luise unauflöslich an den Freund, den sie nachseiner Entlassung aus dem Zuchthaus heiratete. Sechs Jahre Eheglückwaren ihnen vergönnt, die sie in gemeinsamer Arbeit verbrachten:August Peters gab in Leipzig ein demokratisches Blatt heraus undLuise war seine Mitarbeiterin. Die Sorge für Mann und Kinder zehrtean Luises Kraft; denn trotz aller Mühen waren die Einnahmen geringund die Existenz der Familie völlig ungesichert. Schon nach 6jähri=ger Ehe starb August Peters und Luise Otto- Peters , wie sie sich nachihrer Verheiratung nannte, stand im Lebenskampf wieder allein. Trotzdem begegnen wir wieder in dem Augenblick, wo die Frauenbewegungzu neuem Leben erwacht. Aber wir müssen erkennen, dass sie inzwischeine Wandlung durchgemacht hat. Sie vertrat jetzt die Auffassung,dass eine Frauenbewegung nicht in Programm einer Partei aufgehenfe. Noch immer sah sie es als ihre Aufgabe an," im Dienste der Hurnität und des Sozialismus" zu wirken. X** XXX*************
Ihre Pionierarbeit für die Arbeiterinnen endete mit dem Jah