J.H.W. Dietz
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schon mehrere sozialdemokratische Zeit-
schriften herausgegeben wurden. Emma Ihrer , die jadurch ihre Ehe an Berlin gebunden war, arbeitete weiter ander Zeitschrift mit, die von nun an den Namen" Gleichheit"erhielt. Die Redaktion übernahm Klara Zetkin .
Wenn von gewerkschaftlicher Seite der große Anteil gewürdigtwird, den Emma Ihrer am Aufbau der Gewerkschaften hat-te, so ist esnicht weniger Pflicht auch für die Sozialdemo-kratie festzustellen, wie großm ihr Anteil an der Emanzipa-tion des weiblichen Geschlechtes ist, und wieviel gerade siezur Erweckung der proletarischen Frau beigetragen hat. DieArt, in der Emma Ihrer wirkte, diente sowohl dem ge-werkschaftlichen Kampf, als auch dem politischen Bewußtsein,daß nach der Erfüllung durch die politische Gleichberechti-gung verlangte.
Emma Ihrer starb mit 54 Jahren, am 8. Januar 1911.Sie hat es nach erlebt, daß das rückständige Vereinsrecht,das ihr so viel zu schaffen gemacht hatte, durch das Reichs-gesetz von 1908 abgelöst wurde. Der Krieg blieb ihr er-spart. Wir können nicht alles aufzählen, woran sie maßgebendmitgewirkt hat. Aber der schöne Satz, der auf ihrem Grab-stein steht, sagt alles über sie:
" Zu wirken für andere, war ihres Lebensergiebigster Quell".
Literatur:
Ferner:
Emma I hrer, Die Arbeiterin im Klassen-kampf, Verlag der Generalkommission der Ge-werkschaften Deutschlands, Hamburg 1898.
Die Frauenfrage im Lichte des Sozialismus,herausgegeb. von Anna B 1 o BBloẞ, VerlagKaden& Co., Dresden 1930.
Paul
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