Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
Keine Angabe
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sie schon mit vierzehn Jahren auf der Bühne. Ihr Debut wareine Knabenrolle, sie ernetete Beifall und bekam ein Engage-ments am Niclas- Theater in Prag , das als hoffnungsvolle Vor-schule für junge Künstler galt. Mit sechzehn Jahren wurdeMinna die Frau des Landschaftsmalers Johann Kautsky . Auch ergehörte nicht zu den wenigen, die aus ihrer Kunst Gold mün-zen; Minna blieb in der ihr von Kind auf bekannten Misere.Sie blieb auch bei der Bühne, aber nicht nur aus Not; sieliebte ihren Beruf und blieb aus innerem Drang bei der ge-liebten Kunst.

Ihr nächstes Engagement führte sie als jugendliche Liebha-berin nach Olmütz , wo sie nicht nur neue Rollen zu lernen,sondern auch das Nahen des kleinen Karl solange wie möglichzu verbergen hatte, da eine sichtbare Schwangerschaft sichschlecht mit ihrem Rollenfach vertrug. Sie meisterte aberbeides. Nach der Geburt beanspruchte dieser Sohn, der einmalfür uns so wichtig werden sollte, viel Sorgfalt und Pflegevon der Mutter, die deshalb ein gutes Engagement in dem soweit entfernten Hamburg ausschlagen mußte. Kurz darauf kamein Angebot ans Prager Landes- Theater, und die junge Familiesiedelte wieder nache Prag über. Minna Kautsky's Leben warvoll ausgefüllt: Ehe, Beruf und Mutterschaft, schon nach fünf-zehn Monaten ein zweites Kind, ein Mädchen und nach weiterenzwei Jahren wieder ein Sohn. Das war für den jungen, zwanzig-jährigen Frauenkörper zu viel, Minna Kautsky wurde krank,ein Lungenleiden hatte sie bellen. Als erstes mußte sienatürlich mit der Bühnenarbeit aufhören, dafür ging ihr Mannvon dem ungewissen Beruf des freien Künstlers in den etwaskonstanteren, wenn auch kümmerlichen des Bühnenmalers über,wie seinerzeit ihr Vater. Aber auch sein Verdienst reichteallein nicht aus, und nach einiger Zeit begann Minna eiderwieder zu spielen. Sie übte für das tragische Fach-zum Erstaunen ihrer Kinder und sie lernte tschechisch, umdauernd in Prag bleiben zu können; denn fern von ihrer Fami-lie verging sie vor Heimweh. Sie spielte in diesen Jahren dasGretchen im Faust, die Jungfrau von Orleans, die Porzia imKaufmann von Venedig, die Thekla im Wallenstein und Maria Stuart . Lange allerdings hielt ihr von der Lungenkrankheitnoch geschwächter Körper diese Beanspruchung nicht ausvierundzwanzig Jahren mußte sie ihre Bühnenlaufbahn endgültigaufgeben.

sehr

mit

Es war ein Glück, daß ihr Mann sich inzwischen durchgesetzt