Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
Keine Angabe
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war gefährlich und stellte hohe Anforderungen. Deubler, derschon vier Jahre Kerkerhaft wegen politischer Betätigung hin-ter sich hatte, war der geistige Nährvater der aufgeschlos-senen, politisch wachen Arbeiter. Aus dem Zusammensein mitihm und dem Erlebnis seines Wirkens entstand Minnas sehr an-schauliche Arbeit über" Die Staatsarbeiter und die Hausin-dustrie im Salzkammergut ". Den Gestalten, die sie dort ken-nenlernte, begegnen wir immer wieder in ihren Erzählungen.1881 erschien ihr Roman" Stefan vom Grillenhof", zunächstin Fortsetzungen in der" Neuen Welt". Er enthielt eine re-alistische Schilderung der Greuel des Krieges von 1866. 1882kommt ein zweibändiger Roman heraus" Herrschen oder Dienen",dessen Kern die Frauenfrage ist. In dem Roman" Die Alten unddie Neuen", der 1884 erschien, lässt sie die Menschen aus demSalzkammergut noch einmal aufleben. Zu diesen Romanen kom-men noch eine große Reihe von kleineren Novellen und Er-zählungen. 1896 hatte Minna den großen Schmerz um den Ver-lust ihres Lebensgefährten. Von da ab lebte sie ganz bei undmit ihren Kindern. Die jüngeren Söhne führten das große, be-kannt gewordene Atelier und Unternehmen des Vaters weiterund vergrößerten es noch. Ihre eigene Arbeit wurde durchEhrenpflichten vermehrt, wie den Posten einer Präsidentindes Künstlerinnen und Schriftstellerinnen- Vereins. Trotz die-ser doppelten Bindung und ihrer langjährigen Zugehörigkeitzu Wien zog es sie nach Berlin , wo sie in der Nähe ihresSohnes Karl und seiner vielen Freunde aus den Kreisen desdeutschen und internationalen Sozialismus das bewegte Gei-stelleben fand, das ihrem Wesen entsprach. In Berlin schriebsie, rückschauend auf das liebgewordene Wien , den Roman" Im Vaterahuse". Das Leben in der Welt der Kunst, aber auchder reaktionäre Geist der Donaustadt, das Gift des Antisemi-tismus sind in diesem Buch eingefangen.

In den sozialistischen Blättern Österreichs und Deutschlands konnte man in jenen Jahren oft auf die volkstümlichen Er-zählungen der Kautsky stoßen, in denen sie das Leben, Fühlenund Denken der kleinbürgerlichen Schichten und des empor-strebenden Proletariats schildert. Immer wieder aber ver-suchte sich Minna Kautsky auch mit der dramatischen Kunst.Ein Lustspile von ihr," Sie schützt sich selbst", wurde imVolkstheater in Wien aufgeführt und preisgekrönt.

Bis zum Abschluss ihres reichen Lebens wurde diese Frau