Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
Keine Angabe
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war 1865 in Leipzig gegründet worden. Zu den Gründerinnengehörte neben Luise Otto auch die Lehrerin Auguste Schmidt ,die es nicht versäumte, das Interesse ihrer Schülerinnen aufdie modernen Zeitströmungen hinzulenken.

Zu diesen Schülerinnen gehörte auch Clara Eisner, die sichin dem von Auguste Schmidt geleiteten Steybergschen Lehrerin-nen- Seminar zu Leipzig auf das Lehrerinnenexamen vorbereitete.Wir gehen sicher neiht fehl in der Annahme, daß auch ihr vonAuguste Schmidt weit mehr als nur ein gutes Allgemein- undBerufswissen vermittelt wurde. Jedenfalls hat Clara des Un-terrichts immer in großer Dankbarkeit gedacht, trotzdem siemit der bürgerlichen Frauenbewegung immer in bitterer Fehdelebte. Sie hat es nicht versäumt, sogar den Namen ihrer Leh-rerin in ihren Aufzeichnungen für das Reichstags- Handbuchzu erwähnen. So traten Frauenfragen frühzeitig in das Blick-feld des jungen Mädchens. Ihr glühendes Temperament und ihreFreuheitsliebe trieben sie zum Sozialismus, der- seine=*==

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Wer- vondiesem Geist und Temperament und dazu jung konntesich in den 80er Jahren in Deutschland wohlfühlen? Clara ,die wie alle Sozialisten unter dem Druck des Sozialisten-gesetzes litt, ging nach Paris , nachdem sie Ossip Zetkin ,einen russischen Revolutionär geheiratet hatte. In Paris führte sie das typische Emigrantenleben mit vielen geisti-gen Anregungen und ebenso vielen materiellen Entbehrungen;sie studierte an der Sorbonne, bekam zwei Söhne und verlorsehr bald ihren Mann, der infolge dieser und wohl auch schonfrüherer Entbehrungen an Tuberkulose litt und starb.

Als 1890 das Sozialistengesetz fiel, kam Clara Zetkin nachDeutschland zurück und liess sich in Stuttgart nieder. Aufdem Parteitag von 1892 in Berlin war sie nun zum ersten MalDelegierte. Sie war gewählt von der ParteiorganisationMannheim- Weinheim und von den Frauen Württembergs. Hier be-gann ihre ausserordentliche Laufbahn in der SPD , aus derenEntwicklungsjahren sie, trotz allem was später war, nichtwegzudenken ist. Ja, diese Frau ging bewußt und mit dem Wil-len, mitzuschaffen, aber auch Einfluß auszuüben, ihren Wegdurch die Zeitgeschichte. Es ist unsere Pflicht, diesem Le-bensweg nachzugehen und das festzuhalten, was darin für dieEntwicklung der Sozialistischen Frauenbewegung wichtig warand was im angen Zusammenhang damit für diese starke Frauen-persönlichkeit charakteristisch gewesen ist. Ihr Aufstieg