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allem was dazwischen liegt, sehen wir die Dinge von damalsgeschichtlich. Aber, wer damals Mitten in diesem Ringen derGeister stand wobei die Kampfmittel rauh genug waren unddie Unterliegenden oft grausam verwundet- mag sein Geschickals tragisch empfunden haben. Wir kleinen, die wir nicht somitten drin standen, die wir durch Zeitungen oder durch Mit-gliederversammlungen an den Diskussionen teilnahmen, wirkonnten uns eine richtige oder auch eine falsche Meinungformen, ohne so bis ins Innerste davon getroffen zu werden,wie die unmittelbar Kämpfenden.
Heinrich Braun's lauterer Charakter ist heute über jedenZweifel erhaben. Er war ein wissenschaftlich geschulter So-zialdemokrat, und er hatte sein" Archiv für soziale Gesetz-gebung und Statistik" später" Sozialpolitisches Zentral-blatt) und seine Wochenschrift" Die neue Gesellschaft" un-ter großen materiellen und seelischen Opfern geschaffen. Aufdem Parteitag zu Dresden 1903 machte sich die der seinen ent-gegengesetzte Meinung, aber auch der et tiefe Groll und dasgroße Mißtrauen gegen ihn, gegen Lily Braun und andere ineiner Weise Luft, die keinen guten, aber desto nachhaltige-ren Eindruck in der Öffentlichkeit hinterließ. Die spätereZeit( es ist leider sehr spät geworden) ist ihm gerechtergeworden. Ihn schmerzte es besonders tief, daß Lily, die ge-nau so wahrheitsliebend war wie er, die aber vielmehr ihrerweiblichen Intuition als seiner wissenschaftlichen Erkennt-nis folgte- ja sich auch sachlich manchmal von ihm entfern-te unter dem Mißtrauen der Anderen zu leiden hatte.
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Wir erlebteh es mit, daß Lily Braun in der" Gleichheit!im" Vorwärts", in Versammlungen um ihre Ideen warb, trotzdes bösen Streits. Ihre Mutterschaft, für die sie die Ver-antwortung mit der ganzen Fülle ihres Wesens empfand, ließsie die Lage der erwerbstätigen Mütter verstehen. Sie warwohl die erste Frau, die den Gedanken der" Mutterschafts-Versicherung" aussprach, und die auch den Gedanken der" Haushaltsgenossenschaften" zur Diskussion stellte. Heuteist vieles davon, wenn auch abgewandelt, in die Gesetzge-bung aufgenommen und der öffentlichen Meinung zum Gewohnheitgut geworden. Lily Braun hat auch noch manches werden sehen,wofür sie die Anregung gab.
Ungefähr von 1906 ab waren Lily Braun , nach vielen Kontro-versen, die Spalten der" Gleichheit" verschlossen, auch dieder meisten Tageszeitungen. So blieb ihr nur, solange