Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
Keine Angabe
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hatte, wurde Ottilie Baader 1900 die erste Zentralvertrauens-person der Genossinnen Deutschlands . Da das Preußische Ver-einsrecht bis 1908- sozialistische( wie überhaupt poli-tische) Frauenorganisationen nicht zuließ, war man in derPartei auf den Ausweg verfallen, ein System der Vertrauens-personen auszubilden, denn" eine einzelne Person konnte mannicht auflösen".

Ottilie hatte schon vor ihrer Wahl zur Vertrauenspersohneiner zeitwelig bestehenden Frauen- Agitations- Kommissionangehört, die 1895 aufgelöst worden war, Ottilie war be-straft worden.

Seit dem Parteitag 1899 in Bannover wurde die Frage des ge-werblichen Frauenschutzes immer lebhafter erörtert, und, dadie preußische Regierung sich trotz der Zusage, versuchs-weise Fabrikinspektorinnen anzustellen, sehr zurückhielt undden Wunsch der Arbeiterinnen, dazu Frauen ihres Vertrauensvorschlagen zu dürfen, ignorierte, wurde beschlossen, vor demParteitag 1900 in Mainz eine Frauenkonferenz abzuhalten. Unddort wurde zur Zentralvertrauens person der Genossinnen Deutsclands Ottilie Baader gewählt. Alle Jahre hatte Ottilie.Baader jetzt den schriftlichen Jahresbericht abzufassen, derim Bericht des Parteivorstandes an den Parteitag gedrucktwurde. Seit jener Zeit konnte man ein Anwachsen der sozia­ listischen Frauenbewegung sowohl der Zahl als auch der Akti-vität nach feststellen. Dadurch konnte die Zentralvertrauens-person die zuesrt zuerst ehrenamtlich gearbeitet hatte,besoldet werden, und die Werkarbeit ging vorwärts. Der So-lidaritätsgedanke wuchs. Er konnte sich bewähren in denschweren Zeiten des Strekt Streiks der Weber und Weberinnenin Meerane ( Winter 1902), der mit einem Erfolg, und jenemanderen in Crimmitschau , der nach 10 Monaten mit einer Nie-derlage für die Streikenden endete. Diese heldische Leistung,an der viele Frauen aktiv und passiv beteiligt waren, packtedas Mitempfinden der Genossinnen und stärkte die Verbunden-heit.

1903 wurden zum ersten Male unter der Leitung der Zentral-vertrauensperson Frauen- Wahlvereine gegründet; denn wenn eineWahl ausgeschrieben war, wurde, bis zur Beendigung der letz-ten Stichwahl, das preußische Vereinsgesetz ausser Kraft ge-setzt. Auch trotz dieser Erleichterung war die Arbeit schwer,denn vor der Willkür der preußischen Polizeistellen war mannie sicher. In Berlin und Schleswig- Holstein glückte die Ar-beit, und überall gelang wenigstens dies, daß Genossinnen