Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
Keine Angabe
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während der Wahlzeit redend und diskutierend sich an den Ver-sammlungen beteiligten, Flugblätter und Handzettel verbrei-teten und in den Wahllokalen halfen. An der Intensität undSystematik der Vorschläge merkte man die anregende und för-dernde Persönlichkeit von Ottilie Baader , die sich einzu-setzen nicht müde wurde.

Ottilie's Lieblingsprojekt, die Fürsorge für die Heimarbei-ter, kam auf dem Heimarbeiter- Kongreß in März 1904 in Berlin zur vollen Geltung. Die Wirkung des Kongresses und seinerAusstellung war sowohl national wie international.

Seit dem 1. Januar 1904 war das Kinderschutzgesetz von 1903in Kraft. Damit war die Stunde zur Gründung von Kinderschutz-Kommissionen gekommen, die da die Durchführung de Gesetzesüberwachten. Auf der Frauenkonferenz in Bremen 1904 wähltedie Partei ihre Vertreterinnen für diese Kommissionen. OttileBaader bekam auf Beschluß dieser Konferenz ein Büro und eineSchreibkraft, die Entwicklung der Frauenarbeit ging Schrittfür Schritt weiter. Ottilie, deren selbstloser Wille undIdealismus allgemein erkannt wurde, blieb auch weiterhin diezentrale Vertrauensperson für die Frauen, bis sie selbst derglänzenderen und jüngeren Luise Zietz Platz machte. Sieblieb noch eine Anzahl von Jahren( bis 1917) anregend undfördernd im Frauenbüro tätig. Bis in die letzten Jahre ihresLebens hinein nahm die kleine gedrungene Frauengestalt wohl-wollend, immer freundlich und verstehend, zurückhaltend andsehr, sehr bescheiden an unserer Arbeit teil. Als wir siezur letzten Ruhe geleiteten, waren es viele Freunde, die vonOttilie Baader den letzten Abschied nahmen.

Literatur:

Ottilie Baader : Einsteiniger Weg, Berlin 1921Emma Ihrer : Die Arbeiterin im Klassenkampf,Hamburg 1898

Anna Blos : Die Frauenfrageim Lichte des Sozia-lismus, Dresden 1930

Protokolle der Parteitage und Frauenkonferenzenvon 1900 1908, Vorwärts- Verlag Berlin

Handbuch der Frauenbewegung Band 2.