Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
Keine Angabe
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A

Fellt 11. Luin fiel 46-47

Alles, was sich an Bitterkeit des Gefühls in ihr aufgestauthatte, fand hier seine wohltätige Auslösung. Hier waren Men=schen ihrer Art und ihres Denkens, hier fand sie Verständnisfür ihr Streben nach wissen, hier fand sie auch den Weg zuBildungsmöglichkeiten, zu Vorträgen, Unterricht und Büchern.Sie fühlte, wie umgekehrt die Menschen in der Partei auchihr Vertrauen entgegen brachten und ihr Aufgaben übertrugen,die die in ihr vorhandenex organisatorische und rednerischeBegabung zur Entfaltung kommen ließen. Die Hamburger Arbeiterschaft und die Frauen delegierten sie in diesen Jahren кxzujedem Parteitag. Es war zu sehen, wie sie von Jahr zu Jahrmehr in die sozialistische Erkenntnis hereinwuchs, wie auchihre Persönlichkeit sich entwickelte. 1899 trat sie tempera=mentvoll Eduard Bernstein entgegen, denn der Grundzug ihresWesens war radikal. Zu den Pflichten der Delegierten gehör=ten auch Agitationstouren. Das war damals anstrengender alsheute und mit vielen Opfern und Unbequemlichkeiten verbun=den.So mußte man oft genug erst selbst die Handzettel aus=tragen, weil die Versammlung nicht bekannt gemacht worden warDazu war das Übernachten immer ein Problem.Meist waren esdie ärmsten und kinderreichsten Genossen bei dene der Rednerunterschlüpfen mußte, manchmal durften ihn die Genossen nurheimlich aufnehmen und man mußte im Morgengrauen den Bahn=hof erreicht haben.Hin und wieder wurden die Versammlungenim letzten Augenblick polizeilich verboten: da gelang esLuise Zietz aber doch gelentlich, wenn auch nicht als Haupt-redner, so doch als Debatteredner einundeine halbe Stunde zusprechen.Sie war eine der klägsten und gewandtesten Redne=rinnen der Partei, auch am geschickxtesten im Umgang mitder Polizei.Sie war es auch, die beim großen Hamburger Ha=fenstreik die Frauen anfeuerte und mitriss, den Männern zurSeite zu stehen, ihren Kampf zu unterstützen. Nur mit Hilfeder Frauen hatten die bisher nicht organisierten- Hafen=arbeiter zusammengehalten, so lange der Streik auch währte.DieFrauenkonferenz 1900 wählte Luise Zietz in ihr Präsidium.Es war jene Konferenz, auf der Clara Zetkin den Genossen vor=hielt:"... in der Theorie sind die Genossinnen schon gleich=berechtigt, in der Praxis aber hängt der Philisterzopf denmännlichen Genossen noch ebenso im Nacken, wie dem erstenbesten Spießburger." Der darauffolgende Parteitag wählteLuise Zietz neben Emma Ihrer und Clara Zetkin in die Kommis=sion zur Durchführung des Organisationsstatuts. Wir sehen,dass auch die zentrale Anerkennung dieser Frau und ihrerLeistung nicht ausblieb.

Viele Jahre stand Luise Zietz in der Agitationsarbeit, unddas war müihevoll und aufreibend.Aber sie fand, es lohnte sichSie, die Kärrnerarbeit so glühend hasste, arbeitete aus freiem Entschluss viel länger und härter als andere, wbei keinegoldnen Früchte zu pflücken waren und keine Ehren winkten.Sie setzte sich für methodisch geleitete Vortrags- und Dis=kussionsveranstaltungen ein, denn sie fand wie Wilhelm Liebknecht " Wissen ist Macht". Sie schulte besonders gernjunge Genossinnenкк, und zwang sie zu reden. Sie selbstbegann zu schreiben und hinterließ u.a. eine Broschüre" DieFrau und der politische Kampf", die eine sehr plastischeDarstellung der Frauenerwerbsarbeit enthält.

In ihrer politischen Haltung begegnete sie sich mit Clara Zetkin , wheresee more huchie die Reteiligung an derSinger, Berlin Sw