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bürgerlichen Frauenbewegung ab. Als ihr in einer Partei=frauenkonferenz von männlichen Genossen deshalb Vorwür=fe gemacht wurden, sagte Luise Zietz :" Wir haben Wichtige=res zu tun, als auf Konferenzen bürgerliche Frauen vonihren Dummheiten zu bewahren."
Für die Frauenkonferenz 1906 in Mannheim war Luise Zietz die Behandlung der Lage der Landarbeiterinnen übertragenworden. Ihr Referat war wieder eine Glanzleistung in derBewältigung einer schwierigen Materie. Sie beteiligte**sich auch an der, xxf der gleichen Konferenz von Helene Grünberg unterbreiteten, Dienstbotenfrage und deren Or=ganisation.
Als das für die Frauenbewegung so wichtige Jahr der Auf=hebung des Vereinsgesetzės( 1908) gekommen war, wurdenLuise Zietz die organisatorischen Vorarbeiten für die Ein=gliederung der Frauen in die Parteiorganisation anver=traut. Die statutenmäßige Eingliederung geschah dann aufdem Parteitag 1909, wo Luise Zietz , als erste Frau, offi=ziell in den Parteivorstand gewählt wurde.
Die Zeitspanne von 1908- 1914 waren wohl die fruchtbar=sten ihrer so sehr mit Arbeit ausgefüllten Jahre. Dann kkam der Krieg. Er brachte den großen Konflikt auch in dasLeben der Frau, hinter deren etwas hart erscheinendemäusseren Gebaren ein warmes Herz sich versteckte.Daß siebei diesem politischen Erdbeben auch mit den Frauen undKindern fühlte, bewies durch ihr Handeln.Mit der Unter=schrift von Luise Zietz ging z, B.am 24.August 1914 einSchreiben an die Genossinnen im Lande heraus mit Anwei=sungen, wie sie in dieser Zeit arbeiten sollten. Men müs=se die Auskunftserteilung organisieren, sich der Frauen,der Arbeitslosen der Kranken annehmen, eine Kinderfürsorge,Kranken- und Wöchnerinnenhilfe einrichten. Man forderte dieGenossinnen auf, in den kommunalen Unterstützungskommissio=nen Eingang und Einfluß zu suchen. Auf grund dieser An=weisungen hat sich die Eingliederung der sozialdemokra=tischen Frauen in den" Nationalen Frauendienst" voll=zogen.
Als sich die Differenzen in der Partei so zugespitzt hat.ten, dass die USP sich abtrennte, ging Luise Zietz mitund übernahm einen Sekretärposten bei der neuen Partei.Es waren ihr seelische Wunden geschlagen, die besserhätten heilen können, wenn es zu vertauensvollen Ausspra=chen gekommen wäre. Sie, wie wir alle, hatte den inbrünsti=gen Wunsch, dass das blutige Ringen ein Ende nähme, undsie glaubte, dass es ihrer Richtung gelingen würde diesEnde herbeizuführen.
Es gab 1919 viele Menschen in Deutschland , die glaubten,daß die Frauen im Parlament in vielen Fragen eine Einheitbilden würden. Es war jedoch nur selten der Fall, und auchnicht so einfach, die politischen Gegensätze zu überbrük=ken.Wo es möglich war, verscloß sich auch Luise Zietz ei=nem gemeinsamen Vorgehen nicht, und auch ihr Name standunter einer Interpellation der Frauen gegen die Fortsetzung der Hungerblockade und für die Herausgabe derKriegsgefangenen.
IAL- POST