Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
Keine Angabe
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Sie schreibt selbst von sich, daß sie begeistert war, daßihr diese Männer wie Helden erschienen. In dieser Zeit kamsie wieder mit ihren Brüdern zusammen, die sich- abseitsvon der Familie zu Sozialisten entwickelt hatten. Sie lern-te den Unterschied zwischen Sozialismus und Anarchismus, sielas regelmäßig das wöchentlich erscheinende Parteiblatt undin der Fabrik trat sie aus ihrer scheuen Reserve heraus.Ohne es selbst zu wissen und zu erkennen, wurde sie zum Agi-tator für die Sozialdemokratie. Dem Werkmeister wurde sieverdächtig, und er verklagte sie bei dem Fabrikanten; dochweil an ihrer Arbeit nichts zu bemängeln war, ließ der esbei einer Verwarnung bewenden.

Zunächst wußte Adelheid noch nichts von einer Frauenfrage.Sie ahnte, daß da noch eine Lücke in ihren neuen Erkenntnis-sen war, und es drängte sie zur Betätigung, nur wußte sienoch nicht wo und wie. Auf ihre Bitte nahm ihr Bruder siein sozialdemokratische Versammlungen mit, und in einer Bran-chenversammlung hörte sie zum ersten Male über Brauenarbeitsprechen. Sie wagte, in der Diskussion von den Leiden, vonder Ausbeutung und der geistigen Vernachlässigung der Ar-beiterinnen zu sprechen.

Trotz ihrer geringen Schulbildung fing Adelheid auch anmit ungeheurer Anstrengung zu schreiben. Besonders ihre Män-gel in der Rechtschreibung machten ihr Mühe, aber b neben derFabrikarbeit und gegen den Widerstand einer Mutter, die dasMädchen und ihr Tun niemals begreifen lernte, machte sie sichan die Arbeit.

Adelheit heiratete den Parteikassierer Julius Popp. Er warbedeutend älter als sie und leider recht krank. Diese schönemenschliche Kameradschaft wurde nach neuen Jahren durch denTod des Mannes getrennt. Julius Popp hat seine Frau ermun-tert und gefördert und hat ihr nach bestem Vermögen hehol-fen, die Lücken ihrer Bildung auszufüllen. Und noch von eineranderen Seite hat Adelheids leidenschaftliches Streben nachWissen Förderung erfahren: Emma Adler , die Frau von Viktor Adler , den österreichischen Sozialistenführer, nahm sichihrer aufs Wärmste an und unterrichtete sie. Sie hat einengroßen Anteil am Werden der Redakteurin, Schriftstellerinand Rednerin Adelheid Popp .

Am 2. Oktober 1991 erschien ein Aufruf in der Wiener Arbei-terzeitung, der die Gründung einer Arbeiterinnen- Zeitung for-derte. Ab 1. Januar 1892 konnte wirklich die Frauenbeilage