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und amtierte nur noch ein Jahr als Staatspräsident des LandesWürttemberg, ehe er sich in den Ruhestand zurückzog. Uns frauenwar er bekannt als Geschichtsschreiber der deutschen Revolutiondes 19. Jahrhunderts, wir ben viel von ihm gelernt. In Braun schweig , wo er zuerst kandidiert hatte und in Württemberg undBaden wurde er sehr verehrt.
Die intelligente und gebildete Frau, die sich Wilhelm Blos zurLebensgefährting gewählt hatte, wurde in der sozialdemokrati-schen Frauenbewegung Württembergs warm begrüßt. Sie fand einenWirkungskreis, der ihren glänzenden Fähigkeiten entsprach. Eshieß immer, daß Anna Blos aus der bürgerlichen Frauenbewe-gung zu uns gestoßen sei, was bei Herkunft und beruflichem Wer-degang nicht verwunderlich wäre. Im" Jahrbuch Deutscher Haus-frauenvereine von 1918" ist sie als Vorsitzende des Arbeits-ausschusses der Hausfrauenvereine Württembergs registriert.Sie selbst schreibt im" Handbuch der Nationalversammlung", dassie Mitglied des Ortsschulrates in Stuttgart gewesen sei. Seit1905 arbeitete sie jedenfalls an der" Gleichheit" mit. Nachihrer eigenen Aussage verlief die Zusammenarbeit mit Clara Zetkin , nach einer anfangs erfolgten Auseinandersetzung, späterhin reibungslos. Außerhalb und innerhalb der Partei<- sie ge-hörte dem Landesvorstand von Württemberg an- nahm Anna Blos bis zu ihrer schweren Erkrankung eine beachtliche Stellung ein.Ein Leitartikel von ihr, den die" Kommunale Praxis" 1912 brach-te, ist heute noch eine der wenigen Quellen, die uns Kunde ge-ben vom langsamen eindringen der Frau in die Gemeindearbeit.So war Württemberg der erste deutsche Bundesstaat, der am 1.April 1910 durch sein eben beschlossenes VolksschulgesetzFrauen als Mitglieder des Ortsschulrates zugelassen hat. DieStadt Stuttgart ging in besonderer Art voran, indem sie nebeneiner bürgerlichen Frau auch eine Sozialdemokratin eben Anna Blos in den Ortsschulrat berief und zwar einstimmig. Inihren späteren Broschüren" Kommunale Frauenarbeit im Kriege"und" Der Krieg und die Schule" wertet sie ihre Er ahrungen aufdem Gebiet der Gemeindearbeit aus, und auf dem Kriegsparteitag1917 stellte sie Forderungen nach Ausbildung und bezahltenStellungen auf Grund des Erwachens großer Frauenscharen zuselbständigem Denken und Handeln. Am 20. Oktober 1918 stelltesie im" Vorwärts" die Frage:" Und die Frauen?" Sie schloß die-sen Artikel mit den Worten:" Verdammt sie nicht länger zurRechtlosigkeit, gebt ihnen politische Rechte!"