arbeitenden Schichten, denen sie größere Bildungsmöglichkeitenvermitteln wollte. War sie ehrgeizig? Vielleicht. Aber Ehrgeizkann eine gewisse Berechtigung haben, wenn das entsprechendeKönnen dahinter steht. Und Anna Blos wußte viel, sie hattegroße Fähigkeiten, und ihre Arbeit fand auch Anerkennung. Trotzdem muß sie sich verlassen, fremd gefühlt haben in der Arbei-terbewegung, die sie so sehr geliebt hat, und der sie bis zumTod treu geblieben ist.
Dem Brief eines Freundes entnehme ich, daß sie qualvoll aneiner unheilbaren Krankheit gestorben ist. Sie war in ihrerletzten Lebenszeit wirklich einsam und allein, denn nun warHitler an der Macht und, so schrecklich es war, so war es dochzeitbedingt, daß sie nur noch wenige Freundebei sich sah. Auchan ihrem Grabe fanden sich nur wenige ein. Den Frauen, die auf-bauend weiter arbeiten wollen, hat Anna Blos ein Beispiel mitauf den Weg gegeben, zur Befreiung der Frau, zum Besten derMenschheit.
Literatur: 1. Parteitags- Protokolle und Frauenkonferenzenvon Würzburg 1917 und Weimar 1919.
2. Kommunale Pratis Nr. 15 vom 13. April 19123. Anna B los, Frauenfrage im Licht des So-
zialismus.
Kriege.
6. Anna B los, Krieg und Schule.
7. Briefe von Freunden.