Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
Keine Angabe
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Einsicht der leitenden Männer. Als 1907 die Zeit für eine besol-dete Sekretärin, also eine Kraft, die sich ganz dieser Arbeitwidmen konnte, gekommen war, konnte sich diese, es war Gertrud Hanna , bei der Übernahme des Sekretariats auf eine Tradition be-ziehen. Da sie vorher schon fast ein Jahrzehnt an der Spitze des" Verbandes der Buchdruckerei- Hilfsarbeiterinnen gestanden hatte,brachte sie viel Erfahrung für die Arbeit mit. Wir begegnetenGertrud Hanna's Namen oft bei den sozialdemokratischen Partei-tagen und Frauenkonferenzen. Das lag, neben der großen Anerken-nung, die sie auch außerhalb der Gewerkschaft genoẞ, an der Bigeart der proletarischen Frauenbewegung in der Frühzeit( von Mitteder 60er Jahre bis etwa zum Beginn der 20. Jahrhunderts). DieFrauen der Arbeiterklasse, lernten es zwar bald, zwischen Parteiund Gewerkschaft zu unterscheiden, aber es war doch selbstver-ständlich, daß man Hand in Hand miteinander arbeitete. Die stän-dig wachsende Frauenerwerbsarbeit war Ursache und Motor derFrauenbewegung. Aus der Frauenerwerbsarbeit erwuchsen aber auchdie umfangreichen, sozialen Probleme, mit denen einerseits dieGewerkschaften täglich in Berührung kamen, und die andererseitsder Sozialdemokratie die Motive für ihre Forderungen an die Ge-setzgebung boten und sie veranlaßten, das politische Bewußtseinder Frauen zu stärken und zu schulen. Die Notwendigkeit der Ver-ständigung beider Flügel der Arbeiterbewegung besonders auf demsozialpolitischen Gebiet ergab sich von selbst.

Durch diese Schule war Gertrud Hanna gegangen, diese Traditionwar auch später immer deutlich spürbar, bei allem was sie tatund sagte. So war es selbstverständlich, daß sie sich niemalsbesann, wenn sie gebeten wurde, der Sozialdemokratischen Frauen-bewegung mit ihrem Wissen, mit ihrer Erfahrung, mit ihrem Win-fluss zu nützen. Und wir vergaßen niemals, sie um Rat und Hilfezu bitten, wenn es galt, der Frauenbewegung auf breiter Ebenezu dienen.

Reichhaltig war die Arbeit Gertruds in der Kriegszeit. Sie wirk-te bei der Vorbereitung der Arbeit sozialdemokratischer Frauenund in den Gewerkschaften mit, sowie im" Ausschuß für Frauenar-beit während des Krieges". Als es der damaligen Reichsregierungklar wurde, daß ein starker Fraueneinsatz in der Kriegsindustrienicht so einfach möglich war, hatte man eine Frau, Dr. Marie Elisabeth Lüders vom Kriegsamt als Referentin für diese Fragenberufen. Ohne die sachkundige Hilfe solcher Frauen wir Gertrudhätte sie ihre Aufgabe sicher nicht so lösen können, wie sie estat.

1916, als die politischen Meinungsverschiedenheiten zur Frage