Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
Keine Angabe
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Arbeiterkongreß zum ersten Mal nach dem Kriege auch die Frau enwieder auf der interanationalen Basis zusammen. Wir baten Ger-trud, dem Komitee beizutreten. Im Sommer 1927 hatte ich dieFreude, als Gast an der Internationalen GewerkschaftlichenFrauenkonferenz in Paris teilzunehmen, die der Vorläufer desgroßen internationalen Gewerkschaftskongresses war. Gertrud Hanna

hielt das Referat über die volkswirtschaftliche Bedeu-tung der Frauenerwerbsarbeit. Klar und sachlich beleuchtete siedas ganze Problem und fürchtete sich auch nicht, Dinge zu sagen,die der Eine oder Andere nicht so gern hörte.

Bei Gertruds Arbeiten stoßen wir immer wieder auf das Problemder" Doppelverdiener". Dieser Begriff, der meist vollkommenfalsch, nämlich auf mitverdienende Ehefrauen angewandt wurde,und der den Gewerkschaften wie der Partei bei den parlamentari-schen Arbeiten viel zu schaffen machte, wurde von Gertrud Hanna in der" Zeitschrift des Allg.D. Gewerkschaftsbundes" immer wie-der richtig gestellt, da auch Ministerien und andere amtlicheStellen de- ihn so falsch anwandten, wie es in ihr Rezept pass-te. Sie sagte:" Der Kampf gegen die Erwerbsarbeit der verhei-rateten Frauen ist undurchdacht, unzweckmäßig und unsozial. Esmuß bei allen, die ihn objektiv verfolgen, das bedrückende Ge-fühl ausgelöst sein, daß hier Energie verschwendet wird, dieeiner besseren Sache würdig wäre."

Ein anderer Kampf galt der Parole der bürgerlichen Frauenbe-wegung:" Kein besonderer sozialpolitischer Schutz für Frauen,weil das den Anspruch auf Gleichberechtigung vermindert oderzerstört." Es war ein Vergnügen zu beobachten, wie die Frau,die, aus den ärmsten Schichten hervorgegangen, sich alles Wis-sen autodidaktisch hatte erwerben müssen mit der Argumentationder in geistigen Berufen stehenden fertig wurde nicht dema-gogisch, sondern sachlich und ernst.

So sachlich würdigte sie auch die Arbeit anderer, wie etwa inBuchbesprechungen, so Helene Simon's " Kinderarbeit auf demLande". Über ihre Meinung zu anderen sozialen Problemen könnenwir uns in den Jahrgängen der Zeitschrift" Die Arbeiterwohl-fahrt" unterrichten, an der sie mitarbeitete. Auf einer bevöl-kerungspolitischen Tagung der" Arbeiterwohlfahrt" im September1926 teilte sich Gertrud Hanna mit Dr. Julius Moses in die Be-handlung des Themas" Schutz der schwangeren Arbeiterin im Be-triebe". Sie gab dort als Gewerkschaftlerin als Berufsfrau

für ihre Schwestern die Ergänzung zu dem, was der Arzt über diesse Frage sagen konnte. Geste

Gertrud Hanna gekannt zu haben, ist neben der glückhaften