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überlebte den Krieg, aber noch am 19. November 1918 verunglückteer tödlich. Diesen Schlag hat sie niemals ganz verwunden, trotzaller persönlichen Tapferkeit hat sie immer schwer daran ge-tragen.
1919 hat das Rheinland Hildegard Wegscheider in den Preußischen Landtag gewählt. Die Arbeit in Bonn - noch dazu in einer Simul-tanschule- hatte sie vorbereitet auf die Notwendigkeit der Zu-sammenarbeit aller."wir wußten, daß wir die Reichsein-
heit nur erreichen konnten, wenn wir mit dem katholischen TeilDeutschlands einig waren sagt sie in der Rückschau. Zusammen-arbeit mit anderen war immer ihre Freude gewesen, ob es Männerund Frauen der Geistes- und Kulturwelt und des politischen Le-bens des In- und Auslandes waren oder im Parlament die Zusammen-arbeit mit Männern und Frauen, die auf eine reiche politischeErfahrung zurückschauen konnten. Das blieb auch so, als sie 1920zur Oberschulrätin im Provinzialschulkollegium in Brandenburg ernannt wurde, und wieder ganz nach Berlin übersiedelte. Sielernte, abzuwägen, was wünschenswert und was erreichbar ist,sie wußte, das alles Wachstum ist. Sie war wie mit ihren Schü-lerinnen, such mit den jungen Menschen der Arbeiterbewegung festverbunden, vielleicht mit diesen noch mehr als mit jenen. Undauch in der Hitlerzeit rissen diese Verbindungen nicht ab, siegestalteten sich nur anders. Bie- Schreibená Ich traf Hildegardeinmel an der Granze zwischen Basel und Frankreich an einemGrenzstein. Es war ein unbeschreibliches Erlebnis, wie dieseFrau ihre Einsicht, ihre Klugheit und ihre Überlegenheit bewahrthatte, trotzdem man ihr doch 1933 ein Lebenswerk zerschlagenhatte. Wie war ihr ihre Arbeit, besonders die Karl- Marx- Schulein Neukölln ans Herz gewachsen! Das elles verschwinden zu sehen,war schon eine menschliche Tragödie, und es zu tragen, gehörteein großer starker, gläubiger Geist, eine Persönlichkeit, wie siedort ruhig lächelnd neben mir am französisch- schweizerischenGrenzstein saẞ.
Später allerdings überkam sie die Verzweiflung über die Rechtlo-sigkeit. Und els der Krieg kam mit seinen Luftangriffen und al-lem Jammer, da konnte sie mit all dem Unglück nicht fertig wer-den. In dieser Verzweiflung fand sie den Weg zu einer Menschen-gruppe, die religiöse Wahrheitssucher waren, einfache schlichteMenschen, die Pfingstgemeinde. Sie empfand Glück darin und zogStärke daraus. Sie wußte, daß ihre alten Freunde zunächst be-fremdet sein würden, aber sie war beglückt, als sie trotzdem zuihr hielten und sie zu verstehen suchten. Ihre Treue zum Sozia-