Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
Keine Angabe
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Bohm- Schuch 5.

hatte.Clara sprach über dieses jammervoll Säuglingssterben. Sie formu-lierte mit grosser Sachlichkeit und sprach dabei von" diesem wunder-Kindervollen Sommer, voll Licht und Sonne" sprach davon, dass die Kanan darinhätten aufblühen können, wenn die Wohnungs- Lebens- und Arbeitsbedingungender Mutter das zugelassen hätten. Berliner Aerzte, darunter unser Neu-köllner Dr.Silberstein im Vordergrund, gründeten damals" Kommunale Mut-terberatungsstellen", mit Stillbeihifen für die Mutter. Das war einwertvoller Anfang in der Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit.Einmaldurch den praktischen Versuch der Lösung einer solchen Aufgabe, dannaber auch- in Verbindung damit- durch die Schulung der Mutter, durchdie grosszügige Aufklärung der Oeffentlichkeit, durch die Schärfung desöffentlichen Gewissens für den Wert des geborenen Lebens und über diePflichten der Allgemeinheit zu seiner Erhaltung. Das war so recht einArbeitsfeld für Clara Bohm- Schuch , bei der sie gern und freudig mits.So vergingen die Jahre in unermüdlicher, dankbar als schön empfundenenArbeit und in immerwährendem Wachstum ihrer Persönlichkeit. Eine Ge-nossin, die Jahre hindurch ihre Helferin im Haushalt gewesen war( Clara war ja meistens beruflich und ehrenamtlich tätig) schrieb/ inErinnerung an sie u.a.:"...... Ihr grossmütiges Herz befahl ihr immerzu helfen. Zu ihr kam die Arbeiter frau in ihrer Sorge um Mann und Kind,kam der Mann in der Not seiner Arbeitslosigkeit. Die Werkstudentingbrauchte finanzielle Hilfe und tröstlichen Zuspruch für ihren Existenz-kampf, der jugendliche Arbeiter hatte kaum überbrückbare Berufssorgen.Dort, wo sie nicht helfen konnte, trug sie selber schwer an der Not ihrerMitmenschen......"

ginig

Das Jahr 1908 hatte uns Frauen die grössere Entfaltungsmöglichkeit ge-bracht, als durch das Reichsvereinsgesetz wesentliche Schranken für dasOrganisationsleben gefallen waren. Und im Kriege 1914-18( der Lebenskameradwar als Pionier draussen) hatte sie viel.sehr viel Gelegenheit, aus demMöglichkeidenBorn ihrer Liebe zum Menschen MAKA zu schöpfen, zu helfen. Und sie hattedabelviel leider allzuviel Gelegenheit, das Versagen des Staates gegen-über seinen, durch den Krieg in bittere Not geratenen Mnnchen festzustellen." Die Kinder im Weltkrieg" heisst