Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
Keine Angabe
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verwirrend auf die Arbeiterfrauen wirken. Die Masse der

Arbeiterinnen sei noch nicht so selbstbewußt, um sich denDamen gegenüber als gleichberechtigt zu fühlen.

Lily, selbst fest überzeugt, hoffte, Ottilie noch zuüberzeugen. Aber bald mußte sie einsehen, daß man dochbewußt den proletarischen Frauen keine Einladung geschickthatte. Man wünschte sie nicht. Und als sie die Angelegenheitdiskutieren wollte, verweigerte man ihr kategorisch dasWort. Diese Enttäuschung war wohl der letzte Anstoß fürLily, ganz zur Sozialdemokratie überzugehen. Wenn wiran die spätere, so tiefgehende Verstimmung zwischen denbeiden Frauen- Ottilie Baader und Lily nachdenken,scheint es uns, als ob schon dieses Gespräch den ersten Keimdes Mißtrauens zwischen ihnen entstehen ließ, trotzdem eseine Angelegenheit war, über die man sich sachlich aus-sprechen und es dann an die Seite legen konnte. Aber sosachlich und nüchtern war man eben nicht.

Georg v. Gizycki starb sehr bald. Lily stand nun ohne denFreund den Härten des Lebens gegenüber. Sie wollte weiter-arbeiten wie bisher. Ihr" Plan" war eine Zentralstellefür Frauen, mit stark caritativem Einschlag, in der sozialesMaterial gesammelt und durch Frauen bearbeitet werden sollte.Das lag( für Lily) in dieser Zeit der absoluten gesetzlichenSchutzlosigkeit der Arbeiterinnen bei der schrankenlosenProfitgier der Unternehmer und den Auswüchsen des gesamtenWirtschaftslebens sehr nahe. Auch hatte ihre Tätigkeit

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