.
- 10-
in der" Gesellschaft für Ethische Kultur" und im Verein" Frauenwohl" sie mit diesen Strömungen in der Frauen-bewegung bekannt gemacht. Sie hielt es für möglich, sieabgewandelt in der Arbeiterinnenbewegung anzuwenden.
Klara Zetkin hatte die neue Genossin bei ihrem Eintrittin die sozialdemokratische Frauenbewegung mit aller Wärmebegrüßt:
" Frau von Gizycki hat sich nun offiziell der Sozial-demokratie angeschlossen und wird künftighin ihreFähigkeiten und ihre Energie in den Dienst deskämpfenden Proletariats stellen. Daß der offizielleÜbertritt ihr die Leiden bringt, all die Opfer aufer-legt, die das Erbteil derer sind, welche, die Schiffehinter sich verbrennend, aus der bürgerlichen Welt in dieder" Umstürzler" wandern, ist selbstverständlich. Wirsind aber überzeugt, daß ihre Opfer aufgewogen werden,nicht bloss durch das Bewußtsein, einer Pflicht genügtzu haben, sondern auch durch die Sympathie und Liebe,die das Proletariat in reichem Maße jenem schenkt,der ernst und srlbstlos für seine Befreiung wirkt.Wir heißen Frau von Gizycki als Genossin, als Mit-streiterin herzlich willkommen".
-
So war es wohl selbstverständlich, daß Lily( nachdem siemit einigen führenden Genossen über" den Plan" gesprochenund um ihre Unterstützung gebeten hatte, ihn Klara Zetkin vortrug. Diese lehnte ihn ab. Auch die Spalten der" Gleichheit" gab sie nicht dafür her. Aber schließlichirgendwie weich geworden versprach sie" indirekte" Unter-stützung. Sie hat ihr weiter geraten, sich an den GenossenDr.Heinrich Braun zu wenden. Er sei der einzige, der ihrdabei helfen könne, und er schaffe alles, was er wolle.Aus der daraus sich entwickelnden Freundschaft entstand1896 die Ehe mit Dr.Heinrich Braun . Und damit stand nun
-
11-