Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
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Heute ist vieles davon

abgewandelt- in die Gesetzgebungund in die öffentliche Meinung aufgenommen und kaum nochumstritten. Lily Braun hat noch manches werden sehen, wofürsie die Anregung gab. Das Frauenwahlrecht, das sie soleidenschaftlich wünschte, aber nicht mehr erlebte, be-trachtete sie schon damals nur als einen kleinen Schrittauf dem Wege, wie sie es auf einem Kongress in London zur großen Verwunderung der sich so radikal vorkommendenDamen aussprach. Sie würde heute erkennen, daß wir mit demFrauenstimmrecht, mit einer ziemlich fortgeschrittenenSozialpolitik, mit der Beeinflussung der öffentlichenMeinung auf dem Wege zu weiteren Lösungen sind, ob zu derLösung, das wissen wir noch immer nicht.

Ungefähr von 1906 ab nach vielen Kontroversen warenLily Braun die Spalten der" Gleichheit" verschlossen, auchdie der meisten Tageszeitungen. So blieb ihr, so langeHeinrich Braun die Zeitschrift halten konnte," Die neueGesellschaft". Das alles war bitter. Vielleicht aber wäre sieauf dem literarischen Gebiet nicht so fruchtbar gewesen,wenn sie ihren inneren Reichtum anders hätte umsetzen können.Vielleicht. Ihre reiche literarische Hinterlassenschaft mußleider aus dieser Betrachtung ausscheiden. Uns derFrauenbewegung

hinterließ sie ihre Memoiren und" Die

Frauenfrage", aus denen wir manches lernen könnten, ebensowie aus ihren vielen Artikeln und Broschüren, die uns leider- durch die Hitlerzeit nicht mehr zugänglich sind. ImKriege 1914 stellte sich die glühende Friedensfreundin

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