Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
Keine Angabe
Einzelbild herunterladen
 
  

Emma Döltz ( 1866- 1950)

Hier gedenken wir einer Frau, die- in der nur ihr eigenenWeise- an der Entwicklung der sozialistischen Frauenbewegungmitgewirkt hat. In einer seltenen Stunde erzählt Emma Döltz einmal aus ihrer Jugend:"... Wir lebten im Armenhausein Steglitz . Meine Mutter nähte Pantoffel. Der( lange schwerkrank gewesene) Vater war früh gestorben. Oft mußten wirKinder bis in die tiefe Nacht hinein helfen. Dann erzähltemeine Mutter uns Märchen, damit wir munter blieben

Das ist ein kleiner, aber bezeichnender Ausschnitt aus derKindheit von Emma Lehmann, die später den Schlosser Döltzheiratete und die sehr geliebte Mutter ihrer gemeinsamendrei Kinder wurde. Vor dieser Ehe lag viel Arbeit und Ent-behrung. Aber auch später, als sie ihre eigenen Kinder mitviel Liebe und Verständnis erzog, folgte ihr nach derentbehrungsreichen Jugend die Armut in ihr neues Lebennach, und es gab viel, viel harte Arbeit um das täglicheBrot. in ihren eigenen kurzen Aufzeichnungen aus ihremLeben erwähnt Emma Döltz - so ganz nebenher. ihre und ihresBruders harte Kindheit.

Wollen wir einmal versuchen, uns vorzustellen, was für einMensch die jugendliche Emma Lehmann hätte werden können, wennihr alle geistigen und seelischen Entfaltungsmöglichkeitengegeben worden wären, auf die junge Menschen einen moralischenAnspruch haben? Wie sie geworden wäre, wenn sie nicht in

- 2-