Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
Keine Angabe
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Und dann im zweiten Weltkrieg trieb die Zerstörung desHauses, ein geschwächtes Herz und die Sorge der Kinderdie achtundsiebzigjährige Frau in die Fremde nach Riezlernim kleinen Walsertal. Hat sie die Schönheit der Berge unddie ganz besondere Eigenart des dortigen Volkslebensnicht mehr erfassen können? Fast scheint es so. Aus einemergreifenden Gedicht" Heimat" spricht nur die Sehnsuchtnach dem Frühling in der Heimat, nach dem Häuschen unddem Garten dort.

" Nun bin ich allein und in fremder Umgebung,

Die Berge s tehn drohend und finster der Wald,

Der lange Abend ist ohne Belebung

Vom Schwarzwassertal weht der Sturmwind so kalt.

Werd' ich die Heimat je wiedersehen?

Sie liegt nun schon jetzt halb zerstört und zerfetztIn Träumen nur lass ich sie auferstehen,Wie schön sie war, das weiß ich erst jetzt!"

Die engere Heimat hat Emma Döltz nicht wiedergesehen.Ihre Kinder holten sie nach Fulda , ins Weserland, wo essehr verschieden ist gegenüber Berlin, d.h. dem Berlin ,in dem sie gelebt und dereinst Pionierarbeit geleistethatte. Auch dort in Fulda war noch harte Arbeit zu tun,von anderer Art als damals. Aber Emma konnte nicht mehraktiv daran teilnehmen, sie konnte sich nur noch von denKindern berichten lassen. Trotzdem: Die Dreiundachtzig-jährige gab der Partei von Fulda zu ihrem achtzigjährigenBestehen noch ihren Glückwunsch in Versen mit auf den Weg.Und daß sie sich nach dem tiefen Schmerz, den sie alleinund in der Fremde erlitten hat, wieder gefunden hat,

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