- 5-
Aber ein Hauptarbeitsgebiet wurde eine Bewegung zur
Organisierung einer bis dahin gar nicht erfaßten Kategorievon Arbeitskräften, die ziemliche Wellen schlug und schonam k8.März 1906 zur Gründung des" Vereins der Nürnberger Dienstmädchen, Waschfrauen und Putzfrauen" führte, dem sofort200 Dienstmädchen( Hausangestellte sagte man erst später)beitraten. Es war der erste derartige Verein in Deutschland ,der nach dem Prinzip der Gewerkschaftsbewegung gebildetwurde. Bisher hatten sich in den verschiedensten Großstädtenwohl Vereine etabliert, in denen sich die" Herrschaften"( Hausfrauen, die Arbeitgeber waren) neben den Dienstmädchenals Mitgliederführen ließen. Daß dadurch keine Verbesserungder Arbeits- und Lebensbedingungen der Hausangestelltenzu erreichen war, hatte die Entwicklung längst bewiesen.Lassen wir die Freundin noch einmal sprechen:
" Meine Erinnerung an Helene Grünberg stützt sich auf ihretemperamentvolle Tätigkeit in der Dienstbotenfrage. DieVersammlungen waren überfüllt und brachten viele Haus-frauengemiter in Aufregung. Es wurde mancher" Herrschaft"klargemacht, daß Hausangestellte anständig behandeltund entlohnt werden müssen".
Der Verein erreich im ersten Jahr 549 Mitglieder. Kinder-krankheiten der ersten Zeit wurden schnell durch eine ge-schickte und konsequente gewerkschaftliche Schulung derMitglieder überwunden, so daß bald über eine gute Stetigkeitin der Mitgliederzahl und einen fortlaufend guten Besuchder Versammlungen berichtet werden konnte. Die kostenlose
-6-