Im" Internationalen Handbuch des Gewerkschaftswesens"
ist zu lesen:
" Hanna , Gertrud , Mitglied des Preussischen Landtages ,Leiterin des" Zentral- Arbeiterinnen- Sekretariats"im" Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund ", wurde am22. Juni 1876 in Berlin geboren. Sie wurde nach demSchulbesuch Buchdruckerareihilfsarbeiterin und schlosssich dem freigewerkschaftlichen Verband dieser Arbei-terinnen an, der sie bereits als" Einundzwanzigjährige"in seinen Hauptvorstand wählte. 1907 wurde sie dann dieerste besoldete" Sekretärin des Arbeiterinnenkomitees",das von den Gewerkschaften ins Leben gerufen worden war.Als solche berichtet sie auf vielen Gewerkschafts-kongressen. Stets fand sie durch die anmutige Sachlich-keit ihres Auftretens die Aufmerksamkeit der weitüberwiegend aus Männern bestehenden Spitzenverbands-tagungen. Seit 1916 war ihr die Schriftleitung der" Gewerkschaftlichen Frauenzeitung" übertragen und nachdemriege wurde sie Preussische Landtagsabgeordneteder Sozialdemokratischen Partei.
Was für ein Mensch war Gertrud Hanna ? Sie neigte zurSchwermut, war stets in Gefahr, sich von menschlichem Verkehrabzusondern. Die Arbeit für die Allgemeinheit brachte siein dauernden, ununterbroche nen Kontakt mit geistig lebhaftenMenschen und bewahrte sie lange vor diesem Versinken in dieEinsamkeit. Dabei konnte sie aber auch recht lebensfroh sein,wobei sie einen feinen, klugen Humor entwickelte. Die modernepsychologische Wissenschaft lehrt uns, daß Erlebnisse derKindheit ein ganzes Menschenleben beschatten können. Daswurde mir bei Gertrud Hanna oft recht deutlich bewußt.
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