.
.
-7-
war eine gediegene Leistung, brachte eine Fülle vonNachrichten, von Betrachtungen über alle mit der Frauen-erwerbsarbeit zusammenhängende Probleme und kam zu Schluß-folgerungen, die sich auch zu Forderungen verdichteten oderdoch den Weg dahin wiesen. Alles war hieb- und stichfest,so daß man sich immer darauf verlassen konnte. 1917, als
in den Räumen des Parteivorstandes in Berlin eine ausserordent-liche Frauenkonferenz tagte, sprach Gertrud Hanna zu denfünfzig aus allen Teilen des Reiches kommenden Frauen über" Frauenarbeit und Krieg". Der Weltkrieg tobte noch, seinEnde war noch nicht zu sehen. Es galt in dieser Konferenz,die durcheinandergeschüttelte, sozialdemokratische Frauen-bewegung wieder zusammenzufassen, sich auf einem sachlichenBoden zu finden und die Weiterarbeit zu organisieren. Kurzvorher war im Verlag für Sozialwissenschaft eine kleine,gediegene Broschüre von Gertrud Hanna erschienen, die dengleichen Gegenstand behandelte. Friedrich Ebert , damalsVorsitzender der Sozialdemokratischen Partei, hat mir beider Vorbesprechung über die Abhaltung rinrt Frauenkonferenzgeraten, Gertrud um dieses Referat zu bitten. Ihre sachlichgute Betrachtung aller Realitäten des damaligen Frauenlebens,so ruhig und klar vorgetragen, trug sehr viel zum Gelingenunserer Absichten bei. So war es selbstverständlich, daßder Parteivorstand später gerne unseren Vorschlag akzeptierte,auch auf der ersten Frauenkonferenz nach dem Kriege( 1919 inWeimar ) Gertrud über" Frauenarbeit und Frauenschutz" sprechenzu lassen. Wie ich auch in diesem Zusammenhang betonen wi 11,
- 8-