Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
Keine Angabe
Einzelbild herunterladen
 
  

.

- 10-

beleuchtete sie das ganze Problem. Inzwischen hatte sich

manches gedanklich geklärt und Ideen befestigt. Sie fürchtetesich nicht, auch Dinge zu sagen, die der eine oder anderenicht so gern hören mochte. Weil sie es in ihrer klugen,sachlichen Art sagte, nahm auch niemand Anstoß daran, und eswar unwiderlegbar. Meisterhaft abgefaßte Leitsätze lagendem Referat zugrunde. Die dazu gehörende Resolution wurdespäter vom Kongress zu seinem Beschluß gemacht.

Wir müssen wissen, daß hinter so einem gediegenen Referatschon eine Lebensleistung stand. Nicht nur die fleißigeArbeit von ein paar Stunden, nicht eines Tages, nicht einerNacht. Man fühlte, daß dahinter ein Leben stand, in dem,neben der natürlichen Klugheit, der Fleiß, die Erfahrung,die ständige Selbstüberprüfung dauernd zusammengewirkthatten.

Ueberall stoßen wir beim Nachlesen von Gertruds Vorträgenund Artikeln auf die Spuren dieser Intensität. Das Problemder" Doppelverdiener" machte den Gewerkschaften, ebenso derPartei bei ihren parlamentarischen Arbeiten, aber auch inder Presse, viel zu schaffen. Der Begriff wurde oft voll-kommen falsch überall dort angewendet, wo es den Gegnern,den Ministerien, den anderen amtlichen Stellen in ihr Rezeptpaßte. In der Zeitschrift des Allgemeinen Deutschen Gewerk­ schaftsbundes " Die Arbeit" und an anderen Stellen führteGertrud alles auf den richtigen Nenner zurück. Sie wurde den

- 11-