Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
Keine Angabe
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für die zahlreichen Besucher aus aller Welt, die sich im

Laufe der Jahre bei ihnen einfanden, immer die liebenswürdige,geistvolle Gastgeberin zu sein. Als sie schon in Berlin lebten, war August Bebel fast jeden Sonntag der gern gesehene

Abendgast. Kein nach Deutschland kommender Träger desInternationalen Sozialismus versäumte es, dem geistigen

Nestor des Sozialismus seinen Besuch zu machen. Sie fandendann neben Karl Kautsky seine Frau mit ihrer so ganz besondersglücklichen Befähigung, Kontakte herstellen zu können,geistige Brücken zu schlagen und dabei auch eine wohltuendherzliche Gastfreundschaft zu üben. Sie kamen aus England,Frankreich , Italien , aus den nordischen Ländern, ausRußland , aus allen Ländern, in denen der Sozialismus Fußgefaßt hatte und geistig hochstehende Menschen sich damitbeschäftigten. Bei solchen Gelegenheiten ergab sich oftgenug neben den politischen Gesprächen und der Gastfreundschaftdie Gelegenheit, einen persönlich wertvollen Rat, eine

Auskunft zu geben oder eine Gefälligkeit zu erweisen. IOda Olberg macht das Milieu des Hauses Kautsky sichtbar:

" Luise, die Vielsprachige, die" Dame von Welt", war derDiplomat, der Minister des Auswärtigen, die liebenswürdigeHausfrau, die All- Helferin, die sich zum Niedrigstenherunterbeugte, und der Zerberus, der ihrem Mann die Ruhezur Arbeit sicherte, die Kritikerin, auf die er vertraute,wirklich der Mittelpunkt: Gattin, Mutter, Freundin undGenossin. Niemand, der je in diesen Kreis eintreten durfte,wird ohne tiefe, innige Dankbarkeit daran zurückdenken."Begreift man, daß diese Art der Gastfreundschaft und desVerkehrs eine Notwendigkeit war, die durch diese seltenenmenschlichen Fähigkeiten der Frau in so glücklicher Art

gelöst wurde?

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