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Luise Kautsky war eine lebensbejahende Frau. Sie wuchs beidem lebhaften Umgang mit klugen Menschen, den sie in ihremHaus und auf den gemeinsamen Reisen fand, immer mehr in
jene menschliche Größe hinein, die so erstaulich war.
Bei ihrer Freudigkeit, von den Gaben, die eine gütige Naturihr gegeben hatte, reichlich und verschwenderisch mitzuteilen,wurde sie immer reicher. Noch einmal Oda Olberg :
" Ich habe nie einen Menschen gekannt, der mehr dem Lebenerschlossen gewesen wäre als Luise Kautsky . Alles fandin ihr Widerhall. Natur und Kunst, die großen Fragen derMenschheit und die kleinen Schicksale der Menschen.Sie hatte eine festgegründete sozialistische Bildung,aber sie war eigentlich Sozialistin von Geburt. Werkönnte sie sich als Nichtsozialistin vorstellen? Siebrauchte nur sie selbst zu sein und ihrem inneren Gesetzzu folgen".
Es paẞt ganz zu dem Bild der geistig so vielseitigen undtemperamentvollen Frau, daß sie sich auch selber literarischbetätigte. Ihr Interesse" am Menschen" führte sie auf dasbiographische Gebiet. Im" Handbuch der Frauenarbeit inÖsterreich " hat sie+ Lebensskizzen von Frauen aus derInternationale geschrieben, dann auch irgendwo eine Skizzeüber Eleonore Marx- Aveling, der Tochter von Karl Marx , undErinnerungen an Paul Levy . Sie liegen uns leider nicht vor.Ihre" Briefe Rosa Luxemburge an Luise Kautsky " haben einesehr weite Verbreitung gefunden, und sie haben zu ihrerinnigen Freude auch das stark verzeichnete Bild dieser Frauin der öffentlichen Meinung um vieles verändert. Und schließ-lich wollen wir nach Friedrich Adler noch die streng- sachlichebiographische Skizze erwähnen, die sie über ihren Mann im" Arbeiterführer 1930" von Lipinski geschrieben hat.
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