Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
Keine Angabe
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Kirschmann

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das Leid der Frauen, das Schicksal der Kinder, die grosse Unbegreif-dieses

lichkeit eines grausamen Weltgeschehens drückte auf sie und beschäftigtesie stark. Es war dann die Arbeit, die ihr half, nicht etwa um ganzdarüber hinweg zu kommen, aber doch, um innerlich soweit damit fertigzu werden, und nicht zu verzweifeln. Es half ihr sehr viel dass sie-wie viele Frauen damals- zum ersten mal Verantwortung und Reiz sozialerArbeit kennen lernte, dass sie nun unmittelbar Hilfe geben konnte DieVergangenheit war ja nicht nur graue Theorie gewesen, sondern lebendigesErleben, an dem sie gewachsen war. Aber nun empfand sie dieses MAXXXXXHelfenkönnen, das aus innerem Drang heraus Helfenmüssen, noch ungleichstärker. Was noch fehlte, um die Persönlichkeit dieser( bei Ausbruchdes Krieges) se chundzwanzigjährigen Frau auszuformen, waren die Erleb-nisse dieser Zeit. Die Arbeit brachte sie mit vielen bürgerlichen Men-schen auch mit der Stadtverwaltung in Kontakt. Es gab natürlich, nebender Befriedigung durch diese Arbeit, auch manche Enttäuschung, besondersin der ersten Zeit, bis sich alles miteinander eingelaufen hatte Dembiche Fussnote!

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gab sie später einmal Ausdruck als sie schrieb:

"... Es galt Front zu machen gegen den Geist, der die Unterstützungempfangenden Krieger frauen wie Ortsarme behandeln wollte. Wenn essich durchgesetzt hat, dass hier in Köln sehr bald die beleidigen-den Bemerkungen über die grossartige Lage, Genuss- und Vergnügungs-sucht der Kriegerfrauen verschwanden, dann wissen wir, dass esein Verdienst unserer Zeitung war.....'

An dieser Zeitung aber hatte sie selber einen starken Anteil, siestand mit der Redaktion auf freundschaftlichem Fuss, regte vieles anund arbeitete mit. So hat sie jahrelang die Frauenbeilage, in freierMitarbeit, zusammengestellt.

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Sehr dankbar war sie dem Geschick für das Kennenlernen der bürger-lichen Frauenbewegung und ihrer ernsten Arbeit. Sie schrieb:

" Wir unterschätzen in diesen Tagen der Erinnerung keineswegs dieArbeit mutiger, bürgerlicher Frauen, die Vorkämpferinnen des Frauen-stimmrechts waren. Wenigen, die jahrelang Pionierarbeit leisteten,ist es vergönnt, die Tage der Erfüllung zu erleben. Unter diesenwenigen nimmt Minna Cauer die jetzt achtzigjährige, den erstenPlatz ein. Es geziemt sich auch der Sozialistin, ehrerbietig zudanken für ihr Lebenswerk

Fussnote:* Rheinische Zeitung vom 1.April 1919, Jubiläumsnummer.** Rheinische Zeitung vom 9.Nov.1921, Gedenkartikel zum9.November 1919." Zum neuen Frauenrecht"