Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
Keine Angabe
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G

steht, uns im Augenblick- nur das letztere zur Verfügung.Aber welch eine Schatzgrube ist das allein, um etwas von demMenschen Rosa Luxemburg zu erfahren. So schreibt sie, einerälteren Erinnerung nachgehend im Gefängnis zu Wronke ):

Es war schon tiefe Dämmerung, doch am Horizont branntenoch ein düsterer Purpurstreif, der sich in der Havel spiegelte und die Wassertafel in ein großes Rosenblattverwandelte. Eine leichte Böe strich darüber hin und kräuseltedunkle Schuppen auf dem Wasser, das von einem Schwarmschwarzer Punkte besprenkelt war. Es waren Wildenten, dieauf ihrem Zug in der Havel Rast hielten und ihren gedämpftenSchrei, in dem so viel Sehnsucht und Weite klingt, zu uns

hinübersandten...."/- Dann, in die Gegenwart( der Gefängnis-

mauern) zurückkehrend, heißt es:

Gestern Abend gab

es wunderschöne rosige Wolken über meiner Festungsmauer.Ich stand vor meinem vergitterten Fenster und rezitierte fürmich mein Lieblingsgedicht von Möricke...." Wieder aneinen vertrauten Freund:".... Sie wissen, ich fühle undleide mit jeglicher Kreatur, eine Wespe, die mir ins Tintenfassrutschte spüle ich dreimal in lauwarmem Wasser und trocknesie auf dem Balkon in der Sonne, um ihr das bißchen Lebenzurückzugeben..."-- Den mit sich selber in der schrecklichenEinsamkeit des Gefängnisses ringenden Menschen zeigt sie

und verbindet es mit der Bitte um Freundeshilfe:".... übrigenswäre alles viel leichter zu ertragen, wenn ich bloß nichtdas Grundgebot vergessen würde, das ich mir fürs Leben gemachthabe: Gut sein ist Hauptsache! Einfach und schlicht, gut sein,

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