Toni war ein treuer Freund; wenn sie sich jemandem ange-schlossen hatte, hielt ihre Freundschaft allen Stürmen
stand. Ihr Grundsatz- aus dem Herzen kommend-- war, daßman nicht aufhören dürfe eine einmal geknüpfte Freund-schaft festzuhalten. Wenn man an dem anderen etwas ent-decke, was einem als menschliche Schwäche erscheine, dannmüsse man ihn nur umso lieber haben. Diese Liebe, diesie für Menschen aufbrachte( individuell und allgemein)hatte sie im besonderen auch für die Sozialdemokratische Partei . Ihr stets nach vorwärts gerichteter Geist sahauch hier manches, was sie anders wünschte, sie hattedafür immer eine geschichtliche, oder in der Erziehungliegende Erklärung. Sie liebte und verstand diese großeBewegung und ihre Menschen. Kein Wunder, daß dieses Den-ken und Fühlen sich in ihres Wesens Art ausprägte und ihrdie Herzen gewann.
Sachlich war ihre Partei- und Parlament sarbeit von aller-größtem Wert. Adolf Braun führte 1920 einen Auftrag zurVorbereitung eines neuen Parteiprogramms aus, in dem erAufsätze zu den einzelnen Problemen sammelte und zu einemvorbereitenden Büchlein verband:" Das Programm der Sozial-demokratie",( Vorschläge zu seiner Erneuerung). Tonis Be-gabung erkennend, beauftragte er sie mit dem Kapitel:" DieFrauenfrage", Sie löste diese Aufgabe glänzend und schlossmit folgenden Sätzen:" Das Erfurter Programm verlangt:Abschaffung aller Gesetze, die die Frau in öffentlicheroder privatrechtlicher Beziehung gegenüber dem Manne be-nachteiligen. Es ist selbstverständlich, daß diese For-derung, deren Erfüllung eine Aufgabe der nächsten Zukunftist, aufrecht erhalten bleiben muss.
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