ABER neben dieser rein negativen Gesetzesarbeit steheneine Reihe positiver Forderungen, deren Umsetzung indie Tat nicht nur die wirtschaftliche und soziale Gleich-berechtigung der Frau herbeiführt und mit einer großenZahl ungeschriebener Rechte aus dem reinen Männerstaataufgeräumt, sondern welche geeignet erscheinen, das blut-leere Gebilde des Staates in eine von reichem Gemeinschafts-leben durchpulste Gesellschaft umzuwandeln."
In der Nationalversammlung interessierte sich Toni vor-nehmlich für das neuentstehende Verfassungswerk. Sie warvon Beginn an ein ständiger Besucher im Verfassungsaus-schuss. Sie hatte sofort erkannt, daß es auf Fleiß undal-Ausdauer ankommt, wenn man im Parlament etwas leisten,vor sich selber bestehen wollte. Sie hatte eine angebo-rene Begabung für juristisches Denken und juristischeFormulierungen. So arbeitete sie auch später im Reichs tag - ununterbrochen im Justizausschuß mit. Sie war dortdie rechte Hand des alten Strafrechtslehrers Wilhelm Kahl . Er hatte den Vorsitz im Ausschuß, war Professoran der Universität Berlin, wo er über Strafrecht las.Politisch gehörte er der Deutschen Volkspartei an. DerTraum seines Lebens war, noch ein neues Strafrecht in
Deutschland fundieren zu können. Er hatte die Aussichtgehabt,
es trotz seines Alters noch zu erleben, wenn der Nazis-mus nicht zur Herrschaft gelangt wäre. Toni Pfülfs Na-me wäre ebenfalls mit diesem Werk verbunden gewesen.Herr Kahl wurde sichtlich nervös, wenn die" Frau Abge-ordnete Pfülf" als Schriftführerin und seine erkorene.Assistentin nicht gleich zur Stelle war. Ganz gefehlthat sie kaum einmal in einer Sitzung des Rechtsausschusses.Galt doch ihre parlamentarische Arbeit auch der" Ver-menschlichung des Strafvollzugs"
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