Soweit es ihr aber irgend möglich war, arbeitete sie anvielen Vorlagen und Plänen mit, die Schulgesetzgebung,das Familienrecht, die Jugendfrage und andere Materienhatten immer ihre ganze Teilnahme.
Der Reichstag , Sozialdemokratische Parteitage, zentrageund regionale Frauenkonferenzen, die schriftliche Mit-arbeit an Zeitschriften und an der Tagespresse gaben ihrdie Möglichkeit der Meinungsäußerung zu allen Fragen, Imit denen sie sich intensiv beschäftigte und für die sieInteresse voraussetzte und auch erwecken wollte. Alles,was sie sagte oder schrieb, war ernsthaft erarbeitet.Dabei war sie fähig, sich" über die Dinge zu stellen",auch an der Partei und an der Frauenbewegung( immer dort,wo der rechte Platz dafür war) treffende Kritik zu üben.So z. B. sagte sie in der Reichsfrauenkonferenz zu Wei-mar 1919:
" Es ist soviel von der Gleichberechtigung der Frauen ge-sprochen worden, dass ich hier auch einmal über die Gleich-berechtigung der Genossinnen untereinander sprechen möch-te. Die große Hemmung in unserem Wirken ist nicht diemangelnde Anerkennung der Frau durch die Genossen, sonderndie mangelnde Anerkennung der Genossinnen untereinander.( Der Bericht verzeichnet lebhafte Zustimmung) Die Frauenmüssen den Grad von Selbstbewusstsein bekommen, der fürdie Menschenwürde notwendig ist. Das ist ja allerdingssehr schwer; denn wer lange Sklave gewesen ist, wird nichtauf einmal ein freier Mensch. Eine unserer höchsten Auf-gaben wird sein, die Menschenwürde in uns selbst zu Xpflegen, damit wir uns gegenseitig erkennen und uns dieArbeit erleichtern.
ημη ιδ
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