Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
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galt sie, was für ihre angeborene Führersendung zeugt, als dieberufene Sprecherin der sozialistischen Frauen.......

Später heiratete Adelheid den Parteikassierer Julius Popp. Er war be-deutend älter als sie und leider recht krank. Diese schöne menschlichemennKameradschaft wurde nach Jahren durch den Tod des Mannes zerschnitten.Er hat die Frau ermuntert und gefördert, hat ihr nach bestem Vermögengeholfen, die Lücken ihrer Bildung, die sie schmerzlich empfand, auszu-

füllen. Aber auch von anderer Seite hatte schon ihr leidenschaftlichesund rastloses Streben un nach Wissen beste Förderung erfahren. Emma Adler , die Frau von Viktor Adler , des großen Führers der oesterreichi-schen Sozialdemokratie nahm sich ihrer aufs wärmste an und unterrich-tete sie; auch sie hat ihren großen Anteil an dem Werden der Redakteu-rin, Schriftstellerin und glänzenden Rednerin Adelheid Popp , die einLeben lang immer mutig und geschickt für die Interessen der arbeitendenFrauen eintrat.

Am 2. Okt. 1891 erschien ein Aufruf in der Wiener" Arbeiterzeitung",der zur Gründung einer" Arbeiterinnenzeitung" aufforderte. Sie erschienzuerst am 1. Januar 1892 als Beilage der" Arbeiterzeitung", zweimal imMonat. Im Oktober 1892 konnte Adelheid Popp die Redaktion übernehmen,die sie bis zum Einbruch Hitlers führte. Tastend, vorsichtig ging darinAdelheid zuerst den Frauenproblemen nach, bis die Bewegung ihre ziel-klare Richtung erworben hatte. Es war für Frauenbewegung und Zeitungauch innerhalb der Arbeiterbewegung

mancher Kampf um Form und Geltung

zu bestehen, bis eine ganz klare Unterstützung und Anerkennung gewonnenwar. Dabei soll dankbar anerkannt werden, daß die oesterreichischeSozialdemokratie sich auch international bald voll und ganz hinter dieFrauenforderungen stellte, wie ihre Führer überhaupt zu den fort-schrittlichsten, modernsten und einsichtigsten in Bezug auf die Frauen-frage gehörten.

Die" Arbeiterinnenzeitung" hatte viele Jahre in harter Werbearbeitleichtunter den Frauen zu wirken, es war nicht ihr in den armen Frauenschich-

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