-2-
möglich war, ihr diese Arbeit durch Hilfe zu erleichtern,da geschah es. Hier zeigte sich in menschlich schöner Formder Wert einer Gesinnungsgemeinschaft innerhalb der Familie.Bei Elfriede Ryneck hat man es so recht sehen können, wiewertvoll es ihr war, von Jugend auf so viele
bedeutende-
Menschen der Arbeiterbewegung näher zu kennen. Ihr warendiese Bekanntschaften- von der Mutter her- selbstverständlichund lieb. Sie gaben so oft freundliche Anknüpfungspunkte;nicht etwa so, daß ihr schlichter Sinn ihr eingegeben hätte,zu ihrem Vorteil von diesen Bekanntschaften Gebruach zumachen. Davon war sie weit entfernt. Was sie innerhalb derArbeiterbewegung an Vertrauen genoss, das hat sie sich
redlich selber
durch Arbeit und Treue erworben. Aberrein as menschlich war es für sie von großem Wert, wennsich führende Genossen gelegentlich gerne an ihre Muttererinnerten; sie freute sich darüber und war dann in guterStimmung. Emma Ihrer , Klara Zetkin wurden von der Muttersehr verehrt; Louise Zietz , Lily Braun , Eduard Bernstein ,manche Berliner Lokalgrößen, auch Waldeck- Manasse u.a.waren ihr aus den Jugendeindrücken lebendig geblieben,sie hatte sie eben schon als Kind miterlebt.
1890. Die Berliner Arbeiterschaft feierte zum ersten Maleihren ersten Mai, entsprechend dem Beschluß auf dem erstenInternationalen Arbeiterkongress 1889 in Paris . Es war nachdem Fall des Sozialistengesetzes, die Wogen der Begeisterung
- 3-