3.
mlung stattfinden. Der Pfarrer des Ortes ergriff zu Beginn der Versammlunggemeinsam/. das Wort und schlug vor, dass man/" Heil Dir im Siegerkranz " singen und dannnachhause gehen wolle.So geschah es. Anna wollte sich ihren Wohnraum, der zu-gleich dem Unterricht diente, ein wenig nach ihrem Geschmack einrichten. Einvon ihr aufgehängtes Bild zeigte die Madonna, wie sie dem Jesuskind die Brustreichte.Es erregte Anstoss und musste entfernt werden." Das Bild zeigt, wo-von es schon schändlich ist, zu reden"(!) sagte der Herr Pfarrer, der siebenKinder gezeugt hatte. Dafür glaubte er an Hexen und an den Werfolf,-den erselbst gesehen hatte: Nachdem sich Anna als Lehrerin, aber auch in Geduldund Diplomatie, im Umgang mit allerhand Menschen geübt hatte, schaffte sie esin zwei Jahren intensiven Selbststudiums, als Aussenseiter ihr Abiturienten=examen am humanistischen Gymnasium in Hameln zu machen. Sie studierte dann iMünchen und Bonn ( ein zusätzliches Sommersemester in Münster ) machte mitdazuAuszeichnung ihren Dr.phil. ein besonderes Examen in Deutsch , Philosophie undbestand/Latein und/ ein Jahr später in Detmold noch eine Prüfung in" Religion für dieOberstufe".Als Lehrerin war sie dann in Detmold , Bremen , Düsseldorf tätig.Inigen/Bremen war es eine pravate höhere Mädchenschule, die dort/
sich/
Erfahrun-gen veranlassten sie für höhere Gehälter für das ganz ungemein unterbezahlteauch war sie danach dieser ErfahrungLehrpersonal einzusetzen, XXX immer gegen Privatschulen. MexxextDie Zeit/ihres Studiums war zugleich auch eine solche höchster Einschränkung, die ge-liebten Kulturgenüsse wie: Oper, Theater, Fahrten ins Gebirge, mussten mit Ent-behrungen anderer Art erkauft werden. Das aber machte ihr nichts aus, Anna Siemsen war immer ein einfacher und-für sich- sparsamer Mensch. Nachdem derVater star gestorben war( 1910) lebte sie- soviel es nur möglich war- mit der ge-liebten Mutter zusammen, die ihr eine mütterliche Freundin gewesen xx sein( ausserdem
muss, Anna's Familiensinn war stark ausgeprägt.
Der Ausbruch des Krieges überraschte sie in der Schweiz.So schnell, wie✓( wo sie am Mädchengymnasium unterrichtete)/möglich nach Düsseldorf / zurückkehrend, erlebte sie noch genügend von dem XNXXAufflackern eines so sinnlosen" furor teutonicus" der da-mals so viele von uns erschütterte. Zu Anfang positiv in ihremErleben des ersten Weltkrieges erkannte sie auch ihn bald als das, was Kriegeimmer sind. Die Wahrheitsliebende empfand schmerzlich die Lügenpropaganda undEroberungsforderungen der" Patrioten", erlebte das schamlose Kriegsgewinnler-tum und die Ausbeutung der arbeitenden Menschen, was sich bis zum Friedens-