Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
Keine Angabe
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4.

es

schluss und über die Inflation hinaus, fortsetzte.Aus diesen Erlebnissen er-wuchs eine sehr entschiedene Kriegsgegnerschaft, der sie fortan einen sehrfünfunddreissiggrossen Teil ihrer Kraft widmete.Wir finden die jährige als streitbareSchriftstellerin, wie sie sich u.a.mit einem sehr respektierten Professorüber dessen Kriegsphilosophie auseinander setzte. Sie wird in dieser ZeitMitglied des" Bund Neues Vaterland", aus dem sich später die" Higa fürMenschenrecht" entwickelt hat. Dort gehört sie-bis zu Hitler - dem Vorstandan, was ihr bis zum Schluss des Krieges( 1914-18) polizeiliche Ueberwachungeintrug.In dieser Zeit kam sie auch zum Sozialismus. Auch trat sie in die" Frauenliga für Frieden und Freiheit" ein. In eine Schablone lässt sich dieseIndividualistin nicht pressen. XXXX Es war ganz ihrem Wesen entsprechend,dass sie in die sozialistische Idee ganz von der Wissenschaft her, ein-drang. Und zugleich war es ihren inneren Erlebnissen gemäss, dass sie späterMitglied der Unabhängigen Sozialdemokratie wurde, die sich- vornehmlich wegender Bewilligung der Kriegskredite- von der Mehrheit der SozialdemokratischenPartei abgesondert hatte. Man darf sich die Frau, mit dem Hirn eines Gelehrten.nicht trocken und gefühllos vorstellen. In der exakten Geistesarbeiterin MEXИ/ mitfühlendes/Ihr Denken war starkschlug ein/ Herz und pulsierte warmes Leben, XXXauf die grossen, allgemeinen Linien eingestellt.

Die Zeit der schmerzhaftem Spaltung der Sozialdemokratie hier aufzurollenist in diesem Rahmen nicht möglich.Anna Siemsen war nicht der Mensch klein-licher Gefühle.Wurde sie auch durch manches enttäuscht, so sehen wir doch ausihrem ganzen Werdegang, bis zum Schluss, dass sie im Sozialismus die grosse,bewegende, geistige Kraft erkannt hat, der sie mit der ihr eigenen Wahrheits-liebe diente. Ich bin sicher dass sie denen, die sich ehrlich eine andere Er-kenntnis erworben hatten, nichts nachtrug. Ihr Bekennermut hat sie in der Be-satzungszeit der zwanziger Jahre öfter in unangenehme Situationen gebracht.War doch diese ganze Zeit aufregend genug.Als illustrierende Zeiterscheinungsei die Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg erwähnt, ebenso dieWirren und schlimmen Ereignisse in Bayern , Thüringen , Berlin , Mitteldeutsch­ land und die Separatistenbewegung im Rheinland , das waren alles Ereignisse,die die vorhandenen nationalistischen Leidenschaften noch aufstachelten, dasverhang nis vollenalles empfand Anna Siemsen als Vorboten kommenden Entwicklung.

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