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hinter dem Schalter, die andere stehe davor. Man kann indessen hinzu-fügen, dass noch eine dritte Schicht vorhanden ist, welche sich bemühthinter die Schalter zu dringen.Grade diese ist für Entstehen und Er-folg des Nationalsozialismus entscheidend.Beinahe ganz fehlen dagegendie, welche die Schalter zu beseitigen suchen. Die Ereignisse führtenmich ohne mein Zutun hinter die Schalter und gaben mir Gelegenheit,Wesen und Wirksamkeit der Bürokratie zu studieren und ihren entschei-denden Einfluss auf den Gang der Dinge kennen zu lernen."
Zu dem, was wir immer mit Kadavergehorsam bezeichneten sagt sie ebensotreffend:" Als ich meinen Berliner Beamten untersagte, mich in derdritten Person anzureden, glaubten sie, mir auf der Nase tanzen zu kön-nen. Ich musste mich dazu überwinden, sie einigemale sehr nachdrücklichherunter zu machen.Als sie gelernt hatten, dass man auch unter höflichenFormen einen festen Willen haben könne, ging die Sache recht ordentlich."IchXXXerinnert wich gerne daran, wie se Anna
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Sonkenski
Siemsen einmal kennen lernte. Es war zu irgend einer uns wichtigen Beratungin der Zentrale der Arbeiterwohlfahrt, zu der eine Reihe sachkundiger Men-schen zusammen gerufen waren. Sie fiel durch ihre versteigen und sachkun-dig- interessierten Ratschläge auf und wir hatten das Gefühl, dass diesekluge Frau unsere Arbeit voll und ganz bejahte. Sie kam una dann-- wahr-scheinlich durch einen Wechsel des Wohnsitzes und dae Tätigkeit- wiederaus dem Blickfeld/- bis 1928, als sie in den Reichstag kam.
Mid.
Es war 1923. Die Inflation hatte Anna Siemsen ihr Tätigkeitsgebiet inBerlin abgeschnürt.So folgte sie einem Ruf nach Thüringen . Dort hoffte sieauf ein fruchtbares Arbeitsfeld in der damals noch sozialistischen Regie-rung, die schon eine Schulreform vorbereitet hatte. Die für sie so erfreulicheche Arbeit wurde wiederum durch politische Ereignisse unterbrochen. Mannahm Kommunisten in die Regierung auf, was dann- in der Verbindung mit denpolitischen/Ereignissen in Bayern zu einem militärischen Einmarsch und in der Folgezu einer katasrophalen, reaktionären Entwicklung führte. Die nachfolgendein Thüringen Wahl des Landtags/ 1924 ergab eine Einheitsfront mit Einschluss der Nati-onalsozialisten gegen die Sozialdemokratie. Anna Siemsen musste ihr ge-so hoffnungsvolles/liebtes/ Amt aufgeben. Die ihr durch die Regierung des Landes Thuringenverliehene Professur konnte man ihr- trotz aller Bemühungen- nicht nehmen.Sie übte das Lehramt bis 1932 aus. Ohne das Schulamt hatte sie nun XXX-neben den Vorlesungen- Zeit für ihre literarischen Arbeiten, für Kursus-arbeit im Übrigen Deutschland und Europa . 1928 wurde Anna Siemsen in denReichstag gewählt. Wir haben es wohl schon begriffen, dass die Eigenwillig-