Emma Döltz-2-
lichkeiten und andere Schönheiten des Lebens vorenthalten waren, empfan-
den wohl beide Eltern, aber sie konnten es nicht ändern. Dem Vater fehlteauch
wohl die innere Stärken die Phantasie, er war auch nicht die Frohnatur,die der Mutter in so reichlicher Fülle gegeben war, mit der sie den jungen
Kindern wie es schon ihre Mutter getan hatte, nur reicher und schöner-
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einen Ersatz bat für das, was ihnen durch die Armut versagt blieb. Vielleichtwar es das Gefühl einer Schuld die ja keine war- das den Vater oft zuZund mit falschen Mitteln/" Freunden" trieb, mit denen er dieses irrige Gefühl zu vergessen suchte?Als guter, organisierter Arbeiter wusste er wohl um den Lebensanspruch derweilArbeiterschaft und ihrer Kinder. Und wenn er auch manchmal brummte, wenndie Mutter soviel unterwegs war, so war er doch stolz auf seine geistig sobewegliche Frau, auf die* brave und tüchtige Lebenskameradin,die ihre Pflicht für die Allgemeinheit der Frauen EX erfüllte und dabeieine so gute Mutter der Kinder war.
Schon der ganz jungen Arbeiterin waren viele Ungerechtigkeiten auf-gefallen. Warum erhielten die arbeitenden Frauen soviel weniger Lohn alsdie Männer? War ihre Arbeit soviel weniger wert als die der Männer, auchWarum wirdedamn, wenn sie gleichwertig war? die ausserhalb des Hauses arbeitendeFrau wurde um XX vieles besser bezahlt, als z.Beispiel die Heimarbeiterin,dastrotzdem diese Nagarn, die Maschine, Licht, Heizung und ihren engen Wohnraumhergeben musste? Warum musste man um eine, noch so unzureichende Gewerbe-aufsicht erst so bitter kämpfen und warum waren die Heimarbeiterinnen ganzdavon ausgeschlossen? Diese Fragen und noch viele andere beschäftigtenschon das junge Mädchen ohne dass sie darauf eine Antwort finden konnte.- 2 ersten maaly
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Sie wurde ihr gegeben als sie in eine Versammlung geriet, in der PaulSinger( ein sehr bekannter Vorkämpfer der Sozialdemokratie) den anwesendenFrauen ihre Situation in der menschlichen Gesellschaft klug und geschickt
klar machte. Es geschah
zur Verzweiflung der überwachenden Polizei, die keine Handhabe zum Ein-schreiten fandDas war der Wendepunkt im Leben va
Mutter
der jungen Frau.