Akte 
Manuskripte und Material zur Geschichte der Frauenbewegung
Entstehung
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Emma Döltz

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ihrer eigenen Welt. Einmal, als sie schon länger in der sozialistischenemmat

Frauenbewegung stand, las sie dann doch im kleinen KreisFreundin/

ihrer/einige/ Gedichte

vor. Margarete Wengels , die temperamentvolle gab ihr den dringenden Ratetwas davon an Clara Zetkin zu schicken. Sie tat es und von dieserZeit an lasen wir öfter das ehe oder andere soziale Gedicht und fandenauch manches Märchen und manche Erzählung in der Kinderbeilage derdasGleichheit. Und dann-- war viel, viel später-- erschien eines TagesfimSelbstverlag des Verfasserintein schmales Bändchen mit einer Auswahlihrer Gedichte und einigen Kostproben ihrer Märchen. In einem vergilbtenZeitungsausschnitt( ohne Datum und ohne Namen der Zeitung) fand ichcharakteristische Besprechung des Büchleins. Dort heisst es:

eine

"..... Wie es möglich war, dass diese Verse in die Welt hinaus XXXIIflatteren? Auch das ist ein Märchen. Kommt da ein Menschenfreund,ein richtiger warmherziger Menschenfreund, der das kranke Kind derFrau gesund machen soll. Und er lernt am Krankenbett die tapfereMutter kennen, die, gebeugt von der Last des Lebens, doch ihrer SeeleFrische sich bewahrt hatte. Ihn interessiert diese Frau, ihn fesselndie Aufzeichnungen, die sie ihm bescheiden, widerwillig fast, aИXXXausliefert. Vielleicht, so denkt der Menschfreund, würde ihr Lebens-abend ein wenig froh, wenn diese Verse mehr Freunde fänden."Aber der.Dieser Lebensabend der Mutter Emma Doltz war lang und er war schön,Nehmt alles nur in allem. Sie konnte ihren Enkeln und vielen, vielenfremden Kindern noch Märchen erzählen, als sie nicht mehr-bei den sommer-lichen Ferienwanderungen der Proletarierkinder- mit ihnen tollen und sprin-_später/gen konnte. Emma liess sich auch/ von Hitler nicht unterkriegen. Ihr

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Innenleben war so reich, dass sie diese Zeit überbrücken konnte. Ich zi-des schwiegersohnesanmich

1/

M

tiere aus einem Brief, der die Atmosphäre des Hauses zeigt:".... 19371937 starb mein Schwiegervater und wir wurden gewahr, wie sehr Emma jetzt freiwurde.Endlich konnte sie sich jetzt- ohne Einrede- unserem schönen Garten,ihren Gedichten, der Schaffung zahlreicher Stücke für unser Puppentheaterund dem Anhören von Radiohörspielen, besonders auch klassischer Werkewidemen.Konnte sie doch um diese Zeit noch beinahe den ganzen XXXXX*" Wallenstein" auswendig! Es waren-so glaube ich- für sie, ja für dieganze Familie die glücklichsten Jahre. Wenn auch die politische Arbeitallsonn-nach aussen fehlte, der Kontakt mit gleichgesinnten Freunden-täglich blieb erhalten. Auch ihr Humor blieb erhalten, 1941 verfasstesie sich selber zum 75.Geburtstag ein launiges Gedicht.......

замра

einrücken

So

Swar schön, dieses Altern, trotz Hitler , trotz des grausigenzweiten Weltkriegs, trotz schliesslicher Evakuierung, trotz eines bösenAugenleidens, dass sie nahezu blind gemacht hat. Sie hatte schliesslichnoch das Glück wieder mit ihren Lieben vereint sein zu können, wenn auch