Ergreifend ist aus dieser Zeit ein Gedicht:" Der Mutter Klage", das sie
nach dem Ende des Krieges den toten Söhnen des Volkes widmete:
" Dann traf es mich wie XXX Keulenschlag,
Dass Du in fremder Erde ruhst,Nie wieder Mutter zu mir sagst,Nie wieder mir was Liebes tust,Und über allem rollt die Zeit,
Die uns ins Land der Zukunft trägt,Jedoch mein Sohn ich denke Dein,
Solang das Mutterherz noch schlägt,"dan"
des Hauses/
Und im zweiten Weltkrieg trieb die Zerstörung/ n, ein geschwächtes Herzund die Sorge der Kinder die achtundsiebzigjährige Frau in die Fremde,nach Riezlern im kleinen Walsertal.Hat sie die Schönheit der Berge und dieganz besondere Figenart des dortigen Volkslebens nicht mehr erfassenkönnen? Fast scheint es so. Aus einem ergreifenden Gedicht" Heimat" xXxXxhspricht nur die Sehnsucht nach dem Frühling in der Heimat, nach dem Häus-chen und dem Garten dort.
" Nun bin ich allein und in fremder Umgebung,
Die Berge stehn drohend und finster der Wald,
Der lange Abend ist ohne Belebung-
Vom Schwarzwassertal weht der Sturmwind so kalt.
Werd' ich die Heimat je wiedersehen?
Sie liegt nun schon jetzt halb zerstört und zerfetzt...
In Träumen nur lass ich sie auferstehen,
Wie schön sie war, das weiss ich erst jetzt:
Die engere Heimat hat Emma Döltz nicht wieder gesehen. Ihre Kinder holtensie nach Fulda , ins Weserland, wo es sehr verschieden ist, gegenüber Berlin,d. h, dem Berlin , in dem sie gelebt und dereinst Pionierarbeit geleistet hatte
wav
2011
Auch dort in Fulda ist noch heute harte Arbeit zu tun, anderer Art alsdamals. Aber Emma konnte nicht mehr aktiv daran teilnehmen, sie konnte sichnur noch von den Kindern berichten lassen. Trotzdem: Die Dreiundachtzig-jährige gab der Partei von Fulda zu ihrem achtzigjährigen Bestehen nochihren Glückwunsch in Versen mit auf den Weg. Und dass sie sich nach demtiefen Schmerz, den sie allein und in der Fremde erlitten hat, wieder ge fun-einigenden hat, bekundet sie mit den Worten an die Genossinnen, die sie zur täti-
gen Teilnahme aufmuntern will:
.... Einst hat mich die Sonne der Jugend durchglüht,
Jetzt drückt mich des Alters Last,
Doch hab ich die Freude des Schaffens gefühlt,Und das Glück der Arbeit erfasst."