Beilage
1.
Auszug aus dem 11. Jahresbericht des Arbeitersekretariats Nürnbergfür 1905. Kapitel: Gewerkscaftskartell, Seite 97.
Es wurde auch darauf hingewiesen, dass eine allgemeineAgitation unter den hier beschäftigten Arbeiterinnen durch eine Refer-entin vorzunehmen eine dringende Notwendigkeit wäre, und sich die An-stellung einer geeigneten Person empfehlen dürfte. Die Aufsichtsstelledes Arbeitersekretarisats, die zuerst beschlossen hatte, einen weiterenSekretär anzustellen, entsprach dem Wunsche des Gewerkschaftskartellsund wurde nach vorhergegangener Ausschreibung Frl. Helene Grünberg aus Berlin angestellt. Die Hauptaufgabe derselben soll eine umfangreicAgitation unter den Arbeiterinnen sein, ferner hat die Seketärin dieKassengeschäfte des Kartells mit zu erledigen. Frl. Grünberg hat am 1.Juli ihre Tätigkeit begonnen und hoffen wir, dass es derselben geliggenwird, recht viele Arbeiterinnen den einzelnen Organisationen zuzuführ-
en.
Gleiche Stelle. Bericht der Aufsichtsstelle, Seite 103.
he
-Durch die sich fortwährend mehrende Arbeit wurde die Anstell-
ung einer weiteren Arbeitskraft notwendig. In einer fitzung der Auf-
sichtsstelle stellten die Sekretäre den Antrag, einen weiteren Sekre-tär anzustellen, weil ste nicht mehr in der Lage sind, die anfallendenArbeiten in zweckentsprechender Weise zu erledigen. Dieerr Antrag wurdein einer Sitzung des Gewerkschaftskartells behandelt und entgegen demAntrag der Aufsichtsstelle beschlossen, eine Sekretärin amzustellen.Dieser anzustellenden Sekretärin soll hauptsächlich die Agitationunter den Arbeiterinnen, sowie die Erledigung der Kassengeschäfte desGewerkscaftskartells obliegen. Die Aufsichtsstelle führte in Verbindunmit der Vorstandschaft des Gewerkschaftskrtells diesen Beschluss ausund schrieb die Besetzung in der Fränkischen Tagespost" im Vorwärts"im Correspondenzblatt der feneralkommmission" und in der" Gleichheitaus. Auf die Ausschreibung sind 7 Bewerbzngeh eingegangen. Von den Be-werberinnen wurde Frl. Grünberg als Sekretärin ausgewählt und ange-atellt. Die Anstellung erfolgte ab 1. Juli mit dreimonatlicher Probe-zeit, nach deren Ablauf die Anstellung auf Grund eines Dientsvertrageserfolgt, der den für die Sekretäre geltenden Verträgen angepasst ist.Diese Heuerung in unsrem Sekretariat hat ein weiteres SpezifischesArbeitsfeld geschaffen, wodurch die Arbeitskraft einer Sekretärin nichnur vollständig in Anspruch genommen wird, sondern auch seitweise nichausreicht, so dass die Sekretäre nach wie vor mit Arbeit überlasstetsind.
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